LUXEMBURGSVEN WOHL

Die PlayStation 4 legt einen fulminanten Start hin

Eine neue Konsole auszupacken ist immer ein Höhepunkt für jeden Spieler. Das sollte bei der PlayStation 4 nicht wesentlich anders sein, und doch werden geübte Spieler das Gefühl nicht los, dass hier etwas weniger Aufregung herrscht. So ungefähr weiß jeder, was einen erwartet: Eine schwarze Kiste, ein schwarzer Controller, Handbücher, die gänzlich ignoriert werden, vielleicht etwas Werbung und ein paar Kabel.

Soziale Wende

Die Magie vermag jedoch nicht ganz zu verfliegen, denn es kommt auf die inneren Werte der schwarzen Kiste an. Enttäuschend sind die auf jeden Fall nicht, denn die Grafiken, die das Gerät auf den Schirm zaubert, überzeugen auf ganzer Linie. Sicherlich kann dabei nicht mehr ganz ein Sprung wie bei den letzten beiden Generationen ausgemacht werden, und dennoch ist die Entwicklung eindeutig spürbar. Was die Spieler zweifellos beeindrucken wird, sind jedoch die Menüführung, die wesentlich intuitiver als bei der PlayStation 3 ausfällt, als auch die Tatsache, dass Hintergrundprozesse prima funktionieren. Das beste Beispiel hierfür verbirgt sich hinter dem neuen Share-Knopf am Controller: Jederzeit werden die letzten 15 Minuten des Spieles als Video aufgezeichnet. Diese Aufzeichnung können die Spieler mitten im eigentlichen Spiel ansehen und die Datei ganz oder zum Teil auf Facebook hochladen. Das Hochladen läuft während des Spieles einfach im Hintergrund weiter und kann mit einer guten Geschwindigkeit überzeugen. Auch die Qualität der Videos weiß zu gefallen. Insgesamt sind alle sozialen Features, wie etwa die Einbindung von Twitter und Facebook, gelungen.

Voll im Griff

Der neue Controller begeistert wieder: Das neue Touchpad wird zwar noch nicht von vielen Spielen genutzt, fügt sich aber perfekt in das Design ein und fühlt sich in der Bedienung gut an. Die verbesserten Analog-Sticks sind griffiger denn je und die Schultertasten lassen sich besser bedienen als das noch beim vorigen Modell der Fall gewesen ist. Zudem liegt der Controller gut in der Hand und hat ein ordentliches Gewicht.

Mittlerweile ist auch bei der PlayStation ein Abonnement für das Onlinespielen Pflicht. Doch „PlayStation Plus“, so der Name des Formats, bietet zahlreiche andere Vorteile. Nicht nur erhalten die Abonnenten jeden Monat mindestens ein neues Spiel gratis, sondern sie erhalten auch Zugang zu mehr Rabatten und „Free to Play“-Spielen. Dabei handelt es sich um Online-Spiele ohne zusätzliche monatliche Gebühren, jedoch mit kostenpflichtigen optionalen Inhalten. Den Start machen in dieser Hinsicht „Warframe“, ein kooperativer Third-Person Shooter, „DC Universe Online“, ein Superhelden Online-Rollenspiel im Universum von Batman, Superman und Co., „Blacklight Retribution“, einem First-Person-Shooter, sowie „War Thunder“. Eine robuste Netzverbindung und eine gut umgesetzte Steuerung machen auch diese Spiele zu einem Genuss.

Damit fällt der Start Preis von 400 Euro nicht so negativ auf, wie viele Spieler anfangs gedacht haben. Das PlayStation Plus Abo kostet 60 Euro im Jahr, doch mit dem monatlichen Mehrwert ist es die Anschaffung eigentlich immer wert. Am Ende bestimmt jedoch immer die Software, nicht die Hardware, über den Erfolg einer neuen Konsole.