LULTZHAUSEN/LUXEMBURG
INGO ZWANK

Raketen, Süßes und vieles mehr: Zu Besuch im PINS-Wissenschaftscamp in Lultzhausen

Malou, sieben Jahre, schaut über eine Art Kocher und kippt etwa Grünes hinein. „Das ist Zucker, den wir gefärbt haben“, erklärt das Mädchen, das zusammen mit vier anderen Kindern erwartungsvoll in die glühende Apparatur blickt - und dann ein Holzstäbchen reinhält… Nach wenigen Sekunden wickeln sich grüne Fäden um das Stäbchen: „Das ist jetzt unsere Zuckerwatte!“, strahlt sie - und sie schmeckt, wie auch die blaue Variante. Wie funktioniert das nun aber genau? „Eben das wollen wir den Kindern hier im Wissenschaftscamp erklären“, sagt Paul Zimmer von „Projets Interactifs Scientifiques a.s.b.l.“, kurz PINS. Von der Erhitzung über das Schleudern zur Zuckerwatte, denn Wissenschaft sei sehr dynamisch, sagt Zimmer. Der im Jahr 2009 gegründete Verein hat sich das Ziel gesetzt, „Wissenschaft spielerisch und interaktiv zu vermitteln“, sagt Zimmer mit Blick auf das „ScienceSummerSplash“-Camp in Lultzhausen, an dem noch bis morgen 16 Kinder teilnehmen.

Stets neue Projekte

Im Laufe der vergangenen Jahre sei diese einstmals sehr kleine Gruppe „immer größer geworden und hat stets neue Projekte, unter anderem Aufführungen bei internationalen Science Festivals, realisiert. Wir haben das Camp anfänglich für das Naturmuseum gemacht - doch nun wollen wir es eigenständig durchführen.“ So ist es das erste Mal in diesem Jahr, dass PINS diese Freizeit eigenständig organisiert, erklären Zimmer und Kollegin Muriel Nossem.

So wurde die „Science Crew“ gegründet, „die seitdem eine Triebfeder der Aktivitäten ist“, wie Zimmer sagt - und aktuell aus rund 20 Mitarbeitern, verstreut in der ganzen Welt, besteht. So hat die „Science Crew“ das Angebot an „Science Camps“ immer vielseitiger gestaltet - mittlerweile finden „Science Breakfast“ oder ganze „Science Weekends“, so wie besagtes Camp in Lultzhausen statt. Dabei werde die Dynamik genutzt, „die sich entwickelt, wenn Kinder und Jugendliche eine längere Zeit miteinander verbringen.“ Diese Dynamik wird im Rahmen der Workshops wie beim Bau von Raketen oder auch einem Knatterboot „in den Dienst der Wissenschaft gestellt.“ So sollen die jungen Forscher einmal Geschmack an einem Thema finden, denn dann ist ein sehr viel fundierteres Herangehen an das jeweilige Thema möglich, wie Zimmer und Nossem ausführen. „Uns ist wichtig, dass die Projekte auch entsprechend erklärt werden - was dahinter steckt, wie es funktioniert. Daher haben wir kompetente Betreuer, die dies übernehmen können.“

Natürlich machte die Blaualgen-Plage am See vielen Aktivitäten einen Strich durch die Rechnung, „aber wir haben doch ein buntes Programm, was wir präsentieren können“, sagt Zimmer, auch mit einem Blick in Richtung Zukunft: „Wir wollen vor allem die Kinder bei der Stange halten, dass sie eventuell später auch als Betreuer bei uns arbeiten.“

Zwei Camps 2019 geplant

So sind aktuell in dem Camp nur Betreuer aktiv, die schon selbst als Kinder und Jugendliche hier dabei waren. „Wir wollen neue Ideen in die Wissenschaftslandschaft reinbringen, mit den Kinder neue Ideen entwickeln und das Ganze entsprechend an die Öffentlichkeit bringen.“ So stehe demnächst ein „größeres Projekt an“, wie Zimmer verriet. Ob man dieses Projekt nun alleine angehen will oder zusammen mit Partnern, dies wolle man nach dem Camp in gemeinsamer Runde erörtern, „aber verraten wird noch nicht mehr…“ Noch bis morgen wird sich also rund um den See amüsiert. Für 2019 sind zwei Camps geplant, wie Zimmer abschloss.


Weitere Informationen unter www.pins.lu