LUXEMBURG/MÜNCHEN
LJ

Münchner Reptilienauffangstation nimmt 123 Gifttiere aus Luxemburg auf

Es ist schon eine etwas außergewöhnliche Situation, die sich da im Rahmen einer Überprüfung eines Luxemburger Internethändlers darstellte. Wie die Münchner Abendzeitung berichtet, wurden am vergangenen Donnerstag in der Reptilienauffangstation München 123 Gifttiere auf einmal abgegeben. „Die Tiere kamen aus Luxemburg und haben viel Leid hinter sich“, wie es aus München heißt.

250 Tiere konfisziert

Am Donnerstagmorgen sei in Luxemburg ein Internethändler von den Behörden überprüft worden, gegen den schon diverse Anzeigen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz vorliegen würden.

Den Beamten und Mitarbeitern des Tierschutzzentrums soll sich ein schreckliches Bild geboten haben: „Keines der Tiere hatte Wasser, die Behälter waren mit Kot und Urin verdreckt. Viele der Reptilien, Spinnen und Insekten waren nie aus ihrer Transportverpackung in einen größeren, sauberen Behälter umgesetzt worden“, heißt es weiter aus München. „Es werden Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen das Commodo-, das Tierschutz- und das Naturschutzgesetz geführt“, bestätigte die Luxemburger Justizpressestelle auf Nachfrage hin.

Einige Tiere kamen nach Düdelingen

Dem Händler seien 250 Tiere abgenommen worden, wie Pressesprecher Henri Eippers erklärte. Die ungiftigen Arten wurden in die Auffangstation „Centre de Soins pour la Faune Sauvage Parc Le’h“ nach Düdelingen gebracht. Doch bei dem Händler sind auch elf Kobras, sieben Vipern, darunter vier gefährliche Puffottern, und weitere 105 teils sehr giftige Skorpione sichergestellt worden, die in Düdelingen nicht aufgenommen werden konnten. Da es in Luxemburg keine Einrichtung, sei es staatliche oder private, gibt, die solche giftigen Tiere aufnehmen kann, seien die Tiere nach München gebracht worden. Aufgrund der laufenden Ermittlungen wollte man in Düdelingen aktuell keine Stellungnahme zu dem Fall abgeben. „Die Tierschutzorganisationen sind meist gut vernetzt und kooperieren sehr eng miteinander. Anders wäre keiner dieser Fälle zum Wohle der Tiere zu managen gewesen“, sagt Petra Taint, Pressesprecherin der Münchner Reptilienauffangstation - und noch in derselben Nacht seien alle nach München gebrachten Tiere entsprechend untersucht und auch behandelt worden.