LUXEMBURG
PIERRE WELTER

DNA-Spuren spielen in Straf- und Kriminalprozessen eine zentrale Rolle. Im Idealfall sollen sie Täter überführen. Das ist auch nicht anders im G4S-Berufungsprozess. Doch zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung gibt es Meinungsverschiedenheiten darüber, wie die einzelnen DNA-Spuren auf den Kanistern, Sicherheitsweste und Batterie gewichtet werden können.

Die Verteidigung baut auf Konfrontation. Laut Verteidigung zählt für die Staatsanwaltschaft die angebliche Beweiskraft der DNA-Analyse im „G4S“ mehr als sie eigentlich zählen dürfte. Die Staatsanwaltschaft pocht auf die solide Beweiskraft der DNA-Analyse der Expertin Dr. Elisabet Petowsky.

Für die Verteidigung werden die DNA-Beweise im G4S überschätzt. Sie spricht nur von DNA-Fragmenten. Die Verteidigung stellt deshalb die Fragen: Stammen die Spuren von den Tatverdächtigen? Waren die Tatverdächtigen die Täter? Oder: Wie stark belegen die DNA-Analysen, dass die Tatverdächtigen die Täter waren?

Die Verteidigung führt ein Schweizer Gutachten ins Feld. Hierin heißt es, dass die Profile mehrerer Personen enthalten seien und deren Analyse und Interpretation besondere Herausforderungen an die Forensik stellen würde. Das Gutachten ist aber umstritten.

Am Freitag sagte die Genetikerin des Staatslaboratoriums, Dr. Elisabet Petowsky, erneut als Sachverständige aus. Die Expertin hatte in einem Gutachten die Bewertung des gentechnischen Spurenmaterials in erster Instanz erstellt. Sie bleibt bei ihren Ausführungen: Der konkrete Spurensachverhalt sei drei von vier Tätern zuzuordnen, der an zwei Tatorten sichergestellt worden war. Die Verteidigung pocht nun auf Gutachten, die in erster Instanz nicht berücksichtigt wurden. Die will das Gericht nun vorgelegt haben. Der Prozess wird am Montag mit den Plädoyers fortgesetzt.