LUXEMBURG
JK

Ausstellung „Mansfeldschlass - Un château disparu? (1604-2018)“ im Nationalarchiv bis zum 20. April

Das einst in Luxemburg-Clausen gelegene Schloss des Grafen Peter Ernst von Mansfeld (1517-1604) steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Mansfeldschlass - Un château disparu ? (1604-2018)“, die bis zum 20. April im Nationalarchiv in Luxemburg-Stadt (Plateau du Saint-Esprit) zu sehen ist. Die Ausstellung wurde gestern Abend offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

In der vom Nationalarchiv und der Vereinigung „Amis du Château de Mansfeld“ zusammengestellten Ausstellung wird aus verschiedenen Perspektiven das „Mansfeldschlass“ des Grafen Peter Ernst von Mansfeld (1517-1604), insbesondere nach dessen Tod, beleuchtet. Erörtert werden unter anderem Fragen wie: Was wurde aus dem Schloss? Welche Bedeutung hatte das Schloss in der Vergangenheit für die Menschen? Welche Bedeutung hat es heute für uns?

Ziel der Ausstellung ist es, zu der von der Stadt Luxemburg, in dessen Besitz sich das Mansfeld-Gelände befindet, und dem Staat betriebenen Aufwertung des Geländes beizutragen. Am Ende des Ausstellungs-Rundgangs lässt ein virtueller Rekonstruktionsversuch das Schloss aus der Zeit Mansfelds zu neuem Leben erwachen.

Ein Blick in die Geschichte

Der hochverschuldete Statthalter von Luxemburg, Peter Ernst von Mansfeld, der über keinen zahlungsfähigen Erben verfügte, der seinen Lebensstil hätte beibehalten können, vermachte sein Schloss „La Fontaine“ dem König von Spanien Philipp III. In der Folgezeit hielten die Spanier das Schloss schlecht instand, die Soldaten Ludwigs XIV. bombardierten es, die Österreicher vernachlässigten und die französischen Autoritäten der Revolutionszeit versteigerten das Schloss. In der Folge entwickelten sich auf dem ehemaligen Schlossgelände vorstädtische Siedlungsstrukturen. Heute sind noch Überreste des Schlosses vorhanden; der Großteil der ehemaligen Schlossgebäude und -keller wurden nach dem Tode Mansfelds nach und nach in neue Bauten integriert. Die größtenteils auf bislang noch unveröffentlichte Forschungsergebnisse aufbauende Ausstellung widmet sich verstärkt einzelnen Epochen der Geschichte des Schlosses und betrachtet die Thematik auch erstmalig unter dem Aspekt der „Erhaltungsbestrebungen“, worunter auch die Entwicklung des Schlossgeländes zu einem Kulturerbe fällt.

Zur Aufwertung des Mansfeld-Geländes beitragen

Die Ausstellung zeigt sowohl vom Nationalarchiv verwahrte Dokumente als auch Gegenstände und Dokumente anderer in- und ausländischer Archive, Museen und Bibliotheken, die im Zusammenhang mit der Geschichte des Schlossgeländes stehen.

Besonders stolz sind die Veranstalter, zwei äußerst wertvolle Zeichnungen des Schlosses zu zeigen, wovon eine Zeichnung - eine beeindruckende Ansicht der Stadt Luxemburg - erst vor kurzem entdeckt wurde. Dieses Bilddokument wird in dieser Ausstellung zum ersten Mal als Reproduktion gezeigt werden, da das Originalbild restaurativer Maßnahmen bedarf.

Die Ausstellung „Mansfeldschlass - Un château disparu? (1604-2018)“ findet vom 31. Januar bis zum 20. April im Nationalarchiv in der Hauptstadt

(Plateau du Saint-Esprit) statt. Der Öffentlichkeit zugänglich ist die Ausstellung von montags bis freitags von 8.30 bis 17.30 sowie samstags von 8.30 bis 11.30. Kostenlose Führungen in den Sprachen Französisch und Deutsch können über relations.publiques@- an.etat.lu gebucht werden.