MOUNTAIN VIEW
MARCO MENG

„Das Interesse an SpaceResources.lu ist enorm“, so Wirtschaftsminister Schneider

Er ist wie eine eigene kleine Stadt, der NASA Ames Forschungspark in Moffett Field an den Grenzen der Städte Mountain View und Sunnyvale bei San Francisco. In dem riesigen Komplex, dessen Straßen verschiedene Namen haben und wo rund 3.000 Menschen arbeiten, wird geforscht - an Luftfahrttechnik genauso wie an Biowissenschaften.

Die luxemburgische Wirtschaftsdelegation mit Minister Etienne Schneider und dem Erbgroßherzogspaar sahen sich dort am Mittwoch auch die Supercomputer Pleiades und Columbus an, die die zweite Etage eines erdbebensicheren Gebäudes in Anspruch nehmen und zu den leistungsfähigsten der ganzen Welt gehören. Genutzt werden sie vor allem für Simulationen, von Raketenstarts genauso wie von Meeresströmungen oder der Entstehung der Galaxie. Wissenschaftler und Universitäten auf der ganzen Welt nutzen die Daten.

DSI baut am Asteroiden-Roboter

Im Anschluss daran präsentierten sich US-Startups aus der Weltraumtechnologie, eines davon Deep Space Resources (DSI), das in Luxemburg bekannt ist: Es beteiligt sich an der SpaceResources.lu-Initiative und gründete in Luxemburg seinen Europasitz. Das Unternehmen hat sich die Gewinnung von Rohstoffen von Asteroiden auf den Plan geschrieben, wiewohl es dafür eigentlich noch gar keinen Markt gibt, wie Geschäftsführer Bill Miller dem „Journal“ erläutert. Derzeit ist das Unternehmen mit dem Bau des ersten Roboter-Weltraumvehikels beschäftigt, das von Wasser angetrieben in zweieinhalb Jahren den ersten Asteroiden ansteuern soll, um „Probebohrungen“ vorzunehmen.

„Wir wissen heute ja noch sehr wenig über Asteroiden“, sagte Miller. Man könne sie zwar von der Erde aus Messen und analysieren, ob sie aber aus festem oder lose zusammengesetztem Material bestünden und welche chemischen Stoffe im Innern verborgen seien, das wisse man nicht. Miller hat sich dennoch das Ziel gesetzt, in vier bis fünf Jahren den ersten Profit mit DSI zu machen. Darauf, dass viele skeptisch sind gegenüber Rohstofftransport vom All zur Erde, meinte Miller, sein Geschäftsmodell sei auch eher, Rohstoffe im All für die Nutzung im All zu gewinnen.

Bodenstation in Luxemburg

Audacy, ein anderes in diesem Sektor tätiges Startup, hat ebenfalls schon Luxemburg auf dem Radar. Wie Gründer und Geschäftsführer Ralph Ewig, der einst bei SpaceX arbeitete, dem „Journal“ erläutert, geht es bei seinem an der Stanford University gegründeten Unternehmen darum, zu jeder Zeit im All zwischen Objekten nahtlose Kommunikationsverbindung im Weltall anzubieten. Demnächst soll die erste Bodenstation in San Francisco gebaut werden, nächstes Jahr die zweite in Singapur und 2020 soll die dritte in Luxemburg entstehen mit etwa 50 Mitarbeitern.