LUXEMBURGSVEN WOHL

Angespielt - Yaiba: Ninja Gaiden Z

B-Movies kommen mittlerweile nicht nur im Kino gut an. Zahlreiche Spiele versuchen, den Look zu imitieren oder gleich einen eigenen B-Stil zu schaffen. In Fällen wie „House of the Dead: Overkill“ oder dem Retro-Pastiche „Far Cry: Blood Dragon“ funktioniert das tadellos. Doch bei „ Yaiba: Ninja Gaiden Z“ geht der Versuch nach hinten los - trotz einiger interessanter Ansätze.

Guter Look, schlechte Kamera

Als Positivbeispiel sollte die Optik dienen: Satte Farben erinnern an US-Comics und verleihen dem mit Zombies angereicherten Spiel einen etwas ironischeren Look, der es schafft, der Gewaltdarstellung ein wenig die Spitze zu nehmen. Tatsächlich versucht sich „Yaiba: Ninja Gaiden Z“ an Humor, reizt aber sein komödiantisches Potenzial bei weitem nicht aus. Zahlreiche Witze sind schlicht zu flach, als dass sie einen zum lachen anregen würden, aber die Vorstellungen einiger Zombies sind dann doch ganz anschaulich und zaubern durchaus das eine oder andere Lächeln auf die Lippen.

Damit wären wir größtenteils durch mit den positiven Aspekten zu „Yaiba: Ninja Gaiden Z“. Zur Story: Yaiba Kamikaze (doch, wirklich!) ist kein gewöhnlicher Ninja, denn nachdem er sich dem legdendären Ryu Hayabusa stellte und gegen diesen kämpfte, wurde er nach seinem Tod einfach reanimiert, indem fehlende Körperteile durch Cyborg-Organe ersetzt wurden. Von Rache getrieben versucht Yaiba nun, Ryu zu töten. Dumm nur, dass eine Zombie-Epidemie dazwischen funkt. Die Story wird mithilfe von Zwischensequenzen und Funk-Einblendungen erzählt, packt einen allerdings nie. Das liegt auch teilweise daran, dass die Dialoge ziemlich schlecht geschrieben sind und die humoristischen Bemühungen nicht fruchten wollen.

Zerhacktes Gameplay

Beim Kampfsystem fällt das Spiel dann komplett auseinander. Das ist umso tragischer, als dass dieses Spiel versucht, mit dem Kampfsystem zu glänzen. Auf den ersten Blick scheint das auch zu klappen: Es gibt drei Arten von Attacken, die jeder Situation gerecht werden können und in umfangreiche Combos münden. Die Kämpfe sind auch von einer atemberaubenden Geschwindigkeit geprägt. Doch zahlreiche kleine Mängel ruinieren diesen ersten Eindruck. Wie etwa die Kamera, die viel zu weit rauszoomt und es einem unmöglich macht, überhaupt zu sehen, wo man sich gerade befindet. Oder Gegner, die außerhalb des Sichtfeldes auf einen feuern. Apropos Gegner, die kommen meistens in solchen Massen, dass jede Art von Taktik abseits des Eindreschens sämtlichen Reiz verliert. Das eingeflochtene Element-System könnte das System retten, wenn man die Gelegenheit hätte, es vernünftig zu nutzen. Wie gesagt, in der generellen Hektik ist es schwierig, den Überblick zu behalten und auf Taktik zu setzen, weshalb dieser Einfall bereits im Ansatz im Keim erstickt wird. Bei den Rätseln wird auch immer in die gleiche Kerbe gedroschen: Zombie holen, zur Barriere schleppen, drauf werfen, fertig. Innovatives Design sucht man hier, wie auch bei den Kämpfen, vergeblich. Damit ist Yaiba: Ninja Gaiden Z nur etwas für Hardcore-Fans des Genres (Erhältlich für Xbox 360, PlayStation 3 und PC).