LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Umweltprobleme im Mittelpunkt des gestrigen „City Breakfast“ in der Hauptstadt

Obwohl sich die Luftqualität in den meisten Städten während der letzten Dekaden deutlich verbessert hat, bleibt die verkehrsbedingte Luftverschmutzung ein Problem in vielen Städten. So auch in Luxemburg-Stadt, wie gestern Morgen auf dem „City Breakfast“ zu erfahren war.

In den vergangenen zehn Jahren wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, um die von der EU-Kommission festgesetzten Luftqualitätsgrenzwerte einzuhalten, unterstrichen Bürgermeisterin Lydie Polfer und Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt. Bei Messungen der Luftqualität am Boulevard Royal, der meistbefahrenen Straße in der Hauptstadt, wurde seit 2009 eine progressive Abnahme der von Auto- und Busmotoren verursachten Stickstoffdioxid-Konzentration festgestellt. So wurde der von der EU-Kommission festgesetzte Durchschnittsgrenzwert ganz leicht unterschritten, wie Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt in diesem Zusammenhang festhielt. Der europäische Luftqualitätsgrenzwert liegt bekanntlich bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In der Hauptstadt wurde im vergangenen Jahr ein Grenzwert von 39,5 Mikrogramm registriert.

Um die Stickstoffdioxid-Konzentration noch weiter zu verringern setzt die Stadt Luxemburg demnach konsequent auf die Tram, die den motorisierten Verkehr - zumindest teilweise - ersetzen soll. Die Bus-Flotte der Stadt Luxemburg soll auch modernisiert werden, so will die Stadt Luxemburg nach Goldschmidts Worten demnächst 20 Elektro-Busse bestellen. In den kommenden zehn Jahren wird eine 99-prozentige Elektrifizierung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Hauptstadt angestrebt.

Stadt Luxemburg will Carloh-Angebot beibehalten und ausbauen

Weiter zu erfahren war, dass die Stadt Luxemburg das „Car Sharing“-Angebot Carloh beibehalten und ausbauen will, dies trotz finanzieller Probleme. Mit diesem Angebot, das besonders am Wochenende stark in Anspruch genommen wird, sollen die Leute dazu bewegt werden, auf die Anschaffung eines zweiten oder dritten Fahrzeuges zu verzichten. So schlägt der Schöffenrat eine Kapitalerhöhung (auf 2,8 Millionen Euro) für Carloh vor. Der Carloh-Fuhrpark soll im kommenden Jahr von den derzeitigen 17 auf den 52 Wagen aufgestockt werden. Auch soll die Werbung für das „Car Sharing“-Angebot intensiviert werden. Von dieser Maßnahme verspricht man sich, dass die Zahl der derzeitigen 600 Carloh-Benutzer auf 2.500 anwachsen könnte.

Illegale Müllablagerung auf dem Stadtgebiet

Große Sorge bereitet den Stadtverantwortlichen auch die illegale Müllablagerung auf dem Stadtgebiet, besonders an den 61 Stationen der Container zum Einsammeln von Glas, Papier und Altkleidern. Wie Lydie Polfer unterstrich, findet man hier inzwischen alles, vom illegal abgestellten Hausmüll bis zu ausrangierten Waschmaschinen oder Fernsehern. Im vergangenen Jahr wurden hier über 470 Tonnen illegal abgelagerter Müll von den Mitarbeitern des Hygienedienstes der Stadt Luxemburg eingesammelt, sage Schöffe Goldschmidt.

Die Stadt Luxemburg will jetzt „strenger“ bei der Bekämpfung dieses Problems vorgehen. Eine zusätzliche Person wurde beim Hygienedienst eingestellt, um die Suche nach den „schuldigen“ Umweltsündern zu vereinfachen, die dann falls sie erwischt werden, ins Portemonnaie greifen müssen. 2016 beispielsweise wurden so „134 Personen gefunden, die eine Strafe von 148 Euro zahlen mussten“, sagte Goldschmidt.