LUXEMBURG
LJ

Am 2. April ist Welt-Autismus-Tag. Dieser Tag wurde 2008 von den Vereinten Nationen eingeführt um die unterschiedlichen Entwicklungsstörungen, die unter dem Sammelbegriff Autismus zusammen gefasst sind, zu thematisieren und die Inklusion der Betroffenen in die Gesellschaft zu fördern. Das fällt in diesem Jahr allerdings besonders schwer, wie Claude Schmit, der Präsident der „Fondation Autisme Luxembourg“ erklärt, die 1996 von betroffenen Eltern gegründet wurde, um etwas gegen den Mangel an Einrichtungen und Dienstleistungen für Menschen mit Autismus in Luxemburg zu unternehmen.

„Leider hat uns die Coronavirus-Krise dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht in unsereren Bemühungen, die neurologische Krankheit Autismus zu thematisieren, die hierzulande rund 6.000 Personen direkt betrifft.

Eine Reihe unserer Mitarbeiter befindet sich derzeit in Urlaub aus familiären Gründen, um zu Hause nach den Kindern zu sehen. Die Mannschaften an den verschiedenen Standorten unserer Zentren wurden so gut es geht umorganisiert, aber die erforderlichen sanitären Maßnahmen in dieser Krise sowie die Bewegungseinschränkungen erschweren die fachgerechte Betreuung von Personen mit Autismus deren Alltag wir so wenig wie möglich verändern möchten. Denn Routinen sind für Menschen mit Autismus ein wichtiger Halt. Und alle Bewohner unserer Strukturen in Rambrouch und Munshausen brauchen eine Betreuung rund um die Uhr.

Wir hoffen natürlich alle, dass diese Krise und der Notstand schnell vorbei gehen. Unser Appell für freiwillige Helfer ist in dieser Lage jedenfalls noch dringlicher. Wir haben gerade jetzt einen großen Bedarf an Ehrenamtlichen in den Bereichen Reinigung und Unterhalt sowie Patientenbegleitung. Bitte melden Sie sich! Die Arbeit mit Menschen mit Autismus, die sehr unterschiedliche Grade von Störungen aufweisen, ist sehr personalintensiv. Bei schweren Fällen werden etwa zwei ausgebildete Betreuer auf sechs Personen, bei leichteren vielleicht einer auf vier Personen benötigt. Es ist schwierig, solche Fachkräfte zu finden, deshalb hat die FAL eigene Ausbildungsprogramme. Es wäre jedenfalls sehr nützlich, wenn Autismus verstärkt bei der Grundausbildung von Pflegern und Erziehern thematisiert werden könnte.

Überhaupt kämpfen wir dafür, dass auf allen Ebenen mehr über Autismus gesprochen wird. So setzen wir dieses Jahr das Thema ‚Autismus und Schule‘ in den Fokus. Leider wurde unsere Anliegen für Schulklassen für junge Menschen mit autistischen Störungen vom Bildungsministerium abgelehnt, aber wir geben nicht auf! Das gleiche gilt in Sachen Integration von Personen mit Autismus in den Arbeitsmarkt. Viele sind sehr fähig und könnten durch eine spezifische Ausbildung und die Schaffung eines angepassten Arbeitsumfelds ihren Beitrag auf dem Arbeitsmarkt und für die Wirtschaft leisten.

Es gibt noch viel Arbeit für eine echte Inklusion von Menschen mit Autismus in unserer Gesellschaft. Alles beginnt mit dem Verständnis der Krankheit und den Bedürfnissen der Betroffenen. Die FAL wird deshalb mehr Kommunikationsarbeit dazu leisten. Auch Sie können zur Sensibilisierung beitragen, indem sie am 2. April blaue Kleidung anziehen und in den sozialen Netzwerken Fotos mit den Hashtags #FAL, #Autism, #EMMERDO oder #LIUB2020 teilen. Jetzt schon ein großes ‚Merci‘ für die Unterstützung.“