LUXEMBURG
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Stadt erwirbt Teil des Villeroy&Boch-Geländes

Für 14,3 Millionen Euro hat die Hauptstadt kürzlich einen Teil des Geländes von Villeroy&Boch in Rollingergrund erworben. Der hauptstädtische Gemeinderat hieß gestern die entsprechende Vereinbarung gut. Gemäß diesem Schriftstück wird die Gesellschaft die Gebäude der ehemaligen Porzellanfabrik, die sich auf den von der Stadt erworbenen, über drei Hektar großen Parzellen befinden, abreißen und den Untergrund sanieren. Stehen bleiben wird aber die „Produktionshalle Werk II - Blaue Box“.

Einige Räte gaben sich skeptisch, insbesondere was die Anwendung des „Pollueur-payeur“-Prinzips angeht. So hob Rat Foetz („déi Lénk“) hervor, dass „sich niemand um die Sanierung der ‚Millebaach‘ schert“. Rat Laurent Mosar (CSV) meinte indes, angesichts der bestehenden Mietverträge würde es wohl bis 2023 dauern, bis sich etwas auf dem Gelände tun könne. Indes unterstrich Schöffe Goldschmidt, dass ein Bebauungsprojekt habe ausgearbeitet werden können, welches zur Aufwertung des Stadtviertels Rollingergrund führe und demnach im Interesse der Bürger der Stadt sei. Außerdem spare die Stadt ab der Unterzeichnung der Akte 200.000 Euro pro Jahr an Mietgeldern, benutzt sie doch einen Teil der Hallen als Lagerraum.

Ein über drei Hektar großes Gelände hat die Stadt auch in Cessingen erstanden, dies von Privatleuten und für den Preis von 20 Millionen Euro. Hier werden unter anderem die Container errichtet, die die Schüler während der Rundumerneuerung und Erweiterung der eigentlichen Grundschule nutzen werden. Bei diesem Kauf war sich der Gemeinderat allgemein einig, dass es sich um eine gute Anschaffung handele, und begrüßte, dass die schwierigen Verhandlungen positiv abgeschlossen werden konnten.

„Konviktsgaart“ wird renoviert

Der Gemeinderat nahm einstimmig ein Projekt an zur Instandsetzung der Wohnungen in der Seniorenresidenz „Grande-Duchesse Joséphine Charlotte“, besser bekannt als „Konviktsgaart“. Die Residenz wird im nächsten Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiern, und soll nun etappenweise aufgemöbelt werden. Da man niemanden aus seinem nach Privatgeschmack eingerichteten Zimmer verweisen will, werden nur Zimmer renoviert, die zeitweilig leer stehen, sowie diejenigen, deren Mieter sich eine sofortige Umgestaltung gemäß den gesetzlichen Bestimmungen wünschen. Somit sollen circa 30 Zimmer pro Jahr neugestaltet werden, und die Arbeiten dann in vier Jahren abgeschlossen sein. Ein Budget von 5,7 Millionen Euro ist vorgesehen, was rund 51.000 Euro pro Zimmer entspricht.

Gutgeheißen wurde ein Kostenvorprojekt in Höhe von 1,25 Millionen Euro, das Infrastrukturarbeiten im Boulevard Paul Eyschen auf Limpertsberg vorsieht (Kanal, Post, Beleuchtung, Trinkwasser, Glasfaser, und so weiter). Recht turbulent ging es bei der Diskussion um die Kosten der Infrastrukturarbeiten im Teilbebauungsprojekt der Rue Bové in Merl zu. Bei diesem Punkt war der Gemeinderat aufgerufen, den Kostenvoranschlag anzunehmen, der nach der Ausschreibung für die Arbeiten und gemäß der eingegangenen Berechnungen aufgestellt worden war, und der um mehr als ein Viertel höher lag, als vor einem Jahr im Vorprojekt festgehalten. Unter anderem regte sich Rat Tom Krieps (LSAP) über die Überschreitung auf, musste sich aber von Bürgermeisterin Polfer belehren lassen, dass das Ausschreibungsgesetz keine andere Vorgehensweise zulasse. Er solle doch bei den Ministern Schneider und Kersch intervenieren, damit dieses Gesetz abgeändert werde, und die Gemeinderäte allgemein nicht immer in Verlegenheit gerieten, wenn sie Kostenvoranschläge zur Abstimmung vorlegten, so die Bürgermeisterin.

Fragestunde

Im Rahmen der Fragestunde betonte Schöffin Tanson gestern, dass keine Segways auf dem Bürgersteig verkehren dürfen. Um das Trinkwasser im Komplex „Tramsschapp“ sowie in der Grundschule in der Rue Batty Weber auf Limpertsberg drehte sich eine Frage von Rat Bauer (CSV), war dieses in den letzten Monaten doch eher trübe. Schöffin Simone Beissel beruhigte ihn aber: Nachdem das Wasserwerk der Stadt von den Problemen in Kenntnis gesetzt worden war, wurden die notwendigen Analysen gemacht und festgestellt, dass der Eisengehalt im warmen Wasser zu hoch sei. Man habe daraufhin alles in die Wege geleitet, um eine Lösung herbei zu führen.

Die Räte Tom Krieps (LSAP) und Mathis Prost (DP) wollten ihrerseits wissen, ob es nicht möglich sei, beidseitig des „Viaduc“ eine Vorrichtung anzubringen, die es einerseits verhindern würden, dass sich Menschen hier ins Leere stürzen, und andererseits kein Abfall hinuntergeworfen werde. Das Problem stellt sich insbesondere seit eine Skaterpiste den einstigen Springbrunnen (mit jahrelanger, sehr hoher Wassersäule) im Petrusstal ersetzt hat. Bürgermeisterin Polfer erklärte, dass die Brücke dem Staat gehört, und denn auch auf dieser Ebene eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden sei, die nach möglichen Lösungen suchen soll. Auch der Viaduc wird in den nächsten Jahren generalüberholt.

Ihre Bestürzung darüber, dass angeblich keine Krippe auf dem hauptstädtischen Weihnachtsmarkt aufgestellt werden soll, drückte Marceline Goergen (adr) aus. Indes besänftigte sie Bürgermeisterin Polfer: Selbstverständlich werde die Krippe, die den Schaustellern gehört, aufgestellt, wenn auch nicht an derselben Stelle wie letztes Jahr. Dort nämlich steht jetzt ein Chalet, in dem ein Programm für Kinder (und Eltern) angeboten wird, die sich ihrerseits auf dem Weihnachtsmarkt wohl fühlen sollen.