LUXEMBURG
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Zum Welttag der Verkehrsopfer: Pilotprojekt CR 132 für mehr Verkehrssicherheit vorgestellt

Zwischen den Jahren 2009 und 2017 gab es nach Auskunft des zuständigen Ministers Bausch 721 Unfälle mit Kollisionen mit einem Baum, darunter waren 77 tödliche Zwischenfälle, wie Bausch ausführt. „Selbstverständlich müssen eine Reihe von Bäumen, welche eine reelle Gefahr darstellen, abgeholzt werden“, was auch die Sécurité Routière mit Präsident Paul Hammelmann immer wieder hervorhebt.

Anlässlich des „Welt-Gedenktags für die Straßenverkehrsopfer“, der am 18. November begangen wurde, fand am Mahnmal für die Verkehrsopfer bei Junglinster eine Gedenkfeier statt, zu der die „Association national des Victimes de la Route“ mit Präsident Raymond Schintgen eingeladen hat. Im Rahmen dieser Feierstunde wurde auch ein Pilotprojekt vorgestellt, dass zu mehr Verkehrssicherheit beitragen soll.

Primär wichtig ist die Errichtungvon Leitplanken

Denn der an das Monument grenzende Straßenabschnitt CR132 enthält Gefahrenstellen und gefährliche Hindernisse. Diese wurden von der Straßenbauverwaltung erfasst und dokumentiert, denn „generell und gerade im Umfeld des Monuments für Verkehrsopfer sollten diese nicht vorhanden sein“, wie es in der Vorstellung heißt. So gab es dort bauliche Elemente wie gemauerte Schächte, Eisenpfosten, Pfeiler - aber auch eine Sitzbank, die sich in einem Abstand von weniger als einem Meter zur Straße befand.

Bis auf zwei Mauerpfeiler wurden diese Elemente bereits von der Straßenbauverwaltung beseitigt oder entschärft.

Doch wie festgestellt wurde, sind Hauptgefahrenpunkte die sehr nah an der Straße stehenden Bäume. In den erfassten Abschnitten haben die Alleen lediglich Abstände von 2,50 oder gar nur 0,80 Meter zur Straße. „Welche Möglichkeiten gibt es also, um entsprechend dem Leitgedanken die Nutzung der Straße mit der Natur in Einklang zu bringen?“, lautete daher die Fragestellung. Der Charakter der Alleen soll erhalten bleiben, der Seitenstreifen soll aber andererseits Fahrfehler auffangen. So sollen markante Einzelbäume weiterhin die Wege markieren. „Ihr ökologischer Wert soll erhalten bleiben“, wie es von Garten- und Landschaftsarchitekt Michael Klein heißt. Primär wichtig sei die Errichtung von Leitplanken. Sie würden das Gefährdungspotenzial der bestehenden Bäume minimieren. „Eine Alternative zu der Errichtung der Leitplanken ist zu prüfen, ob Bäume aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich entfernt werden sollen und können“, wie es weiter heißt. „Dies kann und sollte mit gleichzeitiger Kompensation durch eine Ersatzpflanzung in einem größeren Abstand zur Straße erfolgen. Auch so kann der Charakter und der ökologische Nutzen der Allee und Bäume wieder hergestellt werden.“ Ferner wird ausgeführt, dass die Reduzierung der Geschwindigkeit eine weitere Möglichkeit ist, das Gefahrenpotenzial zu verringern. Eine Begrenzung auf 70 km/h wurde im Bereich des Monuments bereits umgesetzt. Eine Geschwindigkeitsreduzierung könne aber auch durch eine optische Einengung der Straße erzielt werden. Die Bäume und Sträucher - bei geringem Abstand mit einer Leitplanke gesichert - wachsen zu einem „Tunnel“, zusammen, was diesen Effekt erreichen würde. Weitere Schritte werden in der Arbeitsgruppe „Audit de sécurité“ erörtert.