STOCKHOLM/LUXEMBURG
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In Luxemburg sind 1.100 Menschen mit HIV infiziert

Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen in Europa ist stabil - doch viele Menschen wissen gar nichts von ihrer Erkrankung. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm und das Kopenhagener Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag veröffentlicht haben. Demzufolge ahnt einer von sieben Betroffenen nicht, dass er HIV-positiv ist.

So wissen in Luxemburg etwa 13 Prozent der hierzulande 1.100 mit HIV infizierten Menschen nichts von ihrer Ansteckung. Bis zum 15. November gab es 84 neue Fälle in diesem Jahr , darunter 63 Männer und 21 Frauen. Bis Jahresende könnte die Zahl noch auf 93 Neuinfektionen steigen.

30.000 neue Fälle wurden 2015 in 31 Ländern der EU und weiteren Staaten des Wirtschaftsraums registriert. Doch zwischen Infektion und Diagnose vergehen im Mittel etwa vier Jahre. Das bedeutet, dass die Person andere anstecken kann und notwendige Medikamente nicht früh genug bekommt. Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, erklärte: „HIV/Aids ist nach wie vor ein ernstes Problem in Europa.“

Die gesamte europäische Region (50 Länder) betrachtet, hat die Zahl der neuen HIV-Fälle in 2015 ein Rekordhoch erreicht. Bei 153.000 Menschen wurde das Immunschwächevirus festgestellt. Vor allem in osteuropäischen Ländern sei die Ansteckungsgefahr groß, hieß es in dem Bericht. Die Zahl der Fälle sei hier in den letzen zehn Jahren um 80 Prozent gestiegen. Während sich in West- und Zentraleuropa hauptsächlich Männer gegenseitig ansteckten, nehme in Osteuropa die Übertragung bei heterosexuellen Paaren zu. Ein Drittel der neu Betroffenen habe sich bei der Injektion von Drogen angesteckt.