LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Details des Nationalen Pestizidplans sind noch nicht umgesetzt

Der Abgeordnete der „déi Gréng“, François Benoy, beschäftigt sich sehr ausführlich mit dem nationalen Plan zur Eindämmung von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere mit der Frage des Mindestabstandes zur Wohnbebauung. Er bezieht sich dabei dezidiert auf einen Abschnitt des nationalen Plans, der sich aktuell nur mit den Abständen befasst, die bei der Hubschrauberspritzung eingehalten werden müssen.

Benoy nennt die Zielvorgabe „5-2“ des Plans, den Schutz von Anwohnern und Dritten (vor Pflanzenschutzmitteln; Anm.d.Red.), und stellt zunächst fest: „Hinsichtlich der phytosanitären Behandlungen von Reben durch Sprühen aus der Luft wurde durch die geänderte großherzogliche Verordnung vom 27. April 2016 über das Sprühen aus der Luft ein Mindestabstand von 20 Metern zu Wohnhäusern eingeführt. Für das Bodenspritzen von Pflanzenschutzmitteln gibt es jedoch derzeit keinen Mindestabstand zu Häusern.“ Anlass genug für ihn eine Reihe von Fragen an Landwirtschafts- und Weinbauminister Schneider zu stellen.

Zunächst möchte Benoy von Minister Schneider wissen, wann mit einer entsprechenden Umsetzung in eine Großherzogliche Verordnung zu rechnen ist. Ob beim Einsatz von Sprühhubschraubern in Zukunft eine größere Distanz als nur 20 Meter zur Wohnbebauung vorgeschrieben wird? Wenn die Pflanzenschutzmittel am Boden versprüht werden, wird es in Zukunft dafür einen Mindestabstand geben?

Lange Frage, kurze Antwort

Schneiders Antwort fällt sehr knapp aus: Einen ersten Entwurf für eine Großherzogliche Verordnung wird es im Juni 2020 geben, zur Frage der Mindestabstände, sei es in der Luft oder am Boden, könne er jetzt noch nichts sagen.

Auch die Frage, welche Pflanzenschutzmittel verboten werden, wollte Minister Schneider noch nicht beantworten - das stände noch nicht fest.

Ob er damit rechne, dass mit dem Ende des Jahres gültigen Verbots von Glyphosat der Verbrauch von anderen Pflanzenschutzmitteln steigen wird, fragte Benoy. Ob Schneider den nationalen Plan jetzt schon dementsprechend anpassen wolle?

Es sei das erste Ziel der Politik, den Gebrauch von Herbiziden einzudämmen, erklärt der Minister. Schneider sorgt sich weniger um seine Bauern, sondern mehr um den nicht-landwirtschaftlichen Bereich. In Privathaushalten oder beim Freihalten von Wegen und Straßen könne es vorkommen, dass dort auf andere aktive Pflanzengifte zurückgegriffen wird. Schneider sieht dagegen im Obstbau und Weinbau nach dem Glyphosat-Verbot eine Tendenz zu mechanischen Lösungen bei der „Unkraut“-Bekämpfung.

Der Nationale Aktionsplan Pestizide werde frühestens im Jahr 2022 an die dann herrschenden Verhältnisse angepasst werden, lautete Schneiders Schlusssatz.