Es muss an einem Samstagmorgen kurz vor Ostern gewesen sein. Ich stehe im Stau auf der A3. Als Grund des Verkehrsstillstands wird auf der großen CITA-Tafel eine Baustelle angezeigt. Am Ende des Staus bestätigt es sich. Hier werden Stahlschutzplanken montiert. Neben einigen Arbeitern fällt mir zum ersten Mal ein gelber LKW mit der roten Aufschrift „Ameco“ auf.
„Die Reparatur und die Montage von Stahlschutzplanken wie auch die Anfertigung und Montage von Beschilderungsbrücken für Straßen und Autobahnen sind seit 30 Jahren nur ein Gebiet unserer zahlreichen Aktivitäten“, erklärt Unternehmensgründer und Ameco-Geschäftsführer Albert Pauly, Jahrgang 1933. Ameco steht für ein typisch luxemburgisches Familienunternehmen, das 1974 gegründet wurde und aktuell rund 120 Mitarbeiter zählt. Hier sind drei Generationen der Familie Pauly aktiv, neben Albert Pauly auch Sohn Serge, Tochter Renée, eine Maschinenbauingenieurin, wie deren Sohn Pit Devillet.
Von der Autowerkstattzur Satellitenantenne
1957 eröffnete Albert Pauly - er hatte den Beruf des Schlossers und Automechanikers gelernt - seine erste Werkstatt in Bissen. Hier reparierte er anfangs Traktoren und Autos. „In den darauf folgenden Jahren haben sich unsere Aktivitäten immer mehr in Richtung Allgemeinmechanik erweitert“, so Albert Pauly. Im Maschinenbau macht das Unternehmen heute vom Einzelteil bis zur kompletten Maschine, die dann auch beim Empfänger installiert wird. Neben den Räumlichkeiten für die technischen und den administrativen Bereiche werden heute in den 16.000 Quadratmeter großen Werkstätten Aufträge in den Bereichen Stahlbau, Feinmechanik und Maschinenbau erledigt. Betritt man die Hallen, knistert und knattert es, Funken sprühen, Blitze zucken: Von allen Mitarbeitern sind mehr als 20 Schweißer. „In der Schweißabteilung sind die Aufträge, die an uns herangetragen werden, vielfaltig. Es sind Stahlkonstruktionen jeglicher Art, Treppen, Geländer und Maschinenteile, die bis zu 50 Tonnen wiegen können“, erklärt der Betriebsgründer. Gleichzeitig erwähnt er größere Projekte im Stahlbau, die für die nationale Eisenbahngesellschaft erledigt werden, als auch Fachwerkkonstruktionen mit bis zu 30 Meter Länge.
In jüngster Zeit kam es dazu, dass Ameco für Hitec einige Aufträge ausführte, die unter anderem für das von der Europäischen Union und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gemeinsam durchgeführte Satellitennavigationsprojekt „Galileo“ waren. „Das ist jedoch leider für uns keine regelmäßige Arbeit“, bemerkt Serge Pauly.
Herausforderung Weltraumtechnik
Nachdem Ameco an einem ersten Galileo-Projekt half, das beim Karosseriebauer Comes in Münsbach ausgeführt wurde, wurde das Unternehmen auch mit der Herstellung einer Antenne mit größtenteils selbst gefertigten Teilen für das Galileo-Projekt in Rédu/Belgien betraut. Serge Pauly dazu: „So konnten in den letzten Jahren in unserem Werk acht Antennen von 3,5 bis 14 Meter Durchmesser teil gefertigt, zugelieferte Teile angepasst und alles in Zusammenarbeit mit der Firma Hitec montiert und getestet werden. Später haben wir uns um die Transporte auf die Baustellen wie Finnland, Französisch-Guayana, Deutschland, England, Belgien und Luxemburg gekümmert.“
Aktuell montiert Ameco eine größere Fräsbank, um in der Lage zu sein, Bauteile von zehn Meter Länge mit einer 5-Achsen-CNC-Steuerung zu bearbeiten. Der Drehtisch, der computergesteuert ist, hat eine Kapazität von 30 Tonnen. Das erlaube eine weitere Vergrößerung der Kapazitäten und der Flexibilität. „Da unsere Kunden bis zu dieser Zeit nie aus dem Bereich der Satellitentechnik kamen, hat unsere gesamte Mannschaft viele Erfahrungen gesammelt, um auch solchen Kundenwünschen gerecht zu werden“, sagt Serge Pauly.





