ANDRE CHAUSSY

Statistisch gesehen sind 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung von der sogenannten Zöliakie betroffen. Es handelt sich bei dieser Erkrankung um die Unverträglichkeit von Gluten, auch Klebereiweiß genannt, das im Samen von verschiedenen Getreidearten vorkommt. Die luxemburgische Vereinigung der Glutenbetroffenen ALIG feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen und lädt an diesem Donnerstagabend zu einer Cocktailparty ins „Centre Hospitalier de Luxembourg“. Um Anmeldung wird gebeten unter contact@alig.lu oder der Tel.: 26 38 33 83.

„Auch wenn viele Menschen den Begriff Glutenintoleranz schon mal gehört haben, so wissen doch viele nicht, was genau es damit auf sich hat. Es handelt sich dabei nicht um eine Glutenallergie, sondern um eine Intoleranz. Zöliakie ist eine Erkrankung des Dünndarms, die nur durch eine Diät unter Kontrolle gehalten werden kann. Bei Verzehr von glutenhaltiger Nahrung bilden sich die so genannten Zotten, Ausstülpungen im Dünndarm, zurück. Mit Blick auf eine Diagnose ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass sich diese Zotten nach einer gewissen Zeit ohne glutenhaltige Lebensmittel wiederherstellen.

Unsere Vereinigung zählt heute knapp 450 Mitglieder. Es ist aber davon auszugehen, dass weit über 2.500 Menschen in Luxemburg von einer Glutenintoleranz betroffen sind, aber nur etwa 1.000 davon wissen. Da die Symptome vielfältig sein können und nicht immer mit einer starken gesundheitlichen Einschränkung verbunden sind, wissen viele Menschen nichts von ihrer Unverträglichkeit. Zur Arbeit der ALIG gehört deshalb die Aufklärung über die Erkrankung. Wir wissen allerdings auch, dass sich viele Menschen mit einer glutenfreien Ernährung besser fühlen, was auf eine Intoleranz hindeuten könnte. Anders als früher gibt es heute eine große Auswahl an glutenfreien Produkten.

Zu unserer Arbeit gehört auch, dass wir Restaurants kostenlose Kurse anbieten, um sie beispielsweise darüber aufzuklären, was bei der Zubereitung von glutenfreien Speisen zu beachten ist. Derzeit führen wir sechs bis zehn solcher Kurse jährlich durch. Wir sind auch im Kontakt mit den zuständigen Ministerien, damit glutenfreie Gerichte in Kantinen angeboten werden. Hier sehen wir als ALIG noch Verbesserungsbedarf. Sensibilisierungsarbeit leisten wir auch bei Ärzten. Zöliakie wird häufig nicht erkannt und ist auch schwierig festzustellen.

Unseren Mitgliedern bieten wir darüber hinaus Kochkurse, eine Liste von Restaurants mit glutenfreien Gerichten, Wochenenden für Kinder mit komplett glutenfreier Nahrung oder auch Informationen zu den von der Gesundheitskasse erstatteten Kosten an.“

Mehr Informationen unter www.alig.lu