LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Serieneinbrecher wurde gestern verurteilt - Zwei Jahre auf Bewährung

Er war zum Einbrechen nach Luxemburg gekommen. Er kam, um zu stehlen, denn der chirurgische Eingriff seiner Tochter in Albanien musste finanziert werden. Deswegen hat ein 46 Jahre alter Mann aus Vlore (Albanien) zwischen Oktober 2015 und Ende November 2017, eine Reihe von Einbrüchen begangen, die die luxemburgische Polizei auf Trab hielten. Für die 18 Taten verurteilte die 9. Strafkammer am Dienstag den Serieneinbrecher zu vier Jahren Gefängnis, davon zwei auf Bewährung. Der Mann wurde außerdem zu einer Geldstrafe von 8.545 Euro verurteilt. Damit folgte das Gericht nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die hatte für die achtzehn Einbrüche eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und eine Geldstrafe gefordert. Vier von 18 Geschädigten soll der Albaner in der Nebenklage 1.200 Euro sowie einer Versicherung 41.144 Euro Schadenersatz bezahlen.

Pech und Dummheit verrieten ihn

Die Verteidigung hatte sich eine Bewährungsstrafe für den einschlägig vorbestraften Angeklagten gewünscht. „Charakteristisch für die Biografie seines Mandanten sind schwierige wirtschaftliche Lebensbedingungen“, sagte der Verteidiger in seinem Plädoyer. Es ginge ihm vor allem um seine schwerkranke Tochter in seinem Heimatland. Der Anwalt hatte dem Gericht ein ärztliches Attest ausgehändigt, in dem bescheinigt wird, dass die 20-jährige Tochter sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen muss, der nicht in Albanien gemacht werden kann und der sehr teuer ist. Der 46-Jährige hatte bei den jeweiligen Einbrüchen in ganz Luxemburg Türen und Fenster ausgehebelt, um in die Räumlichkeiten zu gelangen. Er hatte es auf Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände abgesehen. Pech, Dummheit und DNA-Spuren verrieten ihn. Da das Handy des Einbrechers bei seinen Taten eingeschaltet blieb, konnten die Ermittler die Standorte orten. Dem Angeklagten war zunächst die Flucht ins Ausland gelungen. Erst im März 2018 konnte der 46-Jährige in Montenegro festgenommen und nach drei Monaten an Luxemburg ausgeliefert werden. Die Geschädigten leiden noch heute unter den Taten. Das Zuhause, in dem man sich immer geborgen fühlte, erscheint nicht mehr sicher.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte hat 40 Tage Zeit in Berufung zu gehen.