LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Arbeitslosigkeit sinkt weiter - Minister Schmit: Mobilisierung um Quote weiter zu drücken

Ende Dezember 2017 waren 17.283 Personen bei der Arbeitsagentur gemeldet, das waren 839 oder 4,6 Prozent weniger als noch Ende Dezember 2016. Damit setzt sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit fort, der seit 2014 eingesetzt hat. Die um saisonale Schwankungen korrigierte Arbeitslosenquote lag Ende 2017 bei 5,8 Prozent. Ende 2014 lag er bei 7 Prozent.

Das liegt vor allem an der Rückkehr des Wirtschaftsaufschwungs. Nach der Krise 2008 war die Konjunktur auch in Luxemburg schwach, 2009 gab es sogar eine Rezession. Das blieb nicht ohne Auswirkung auf den Arbeitsmarkt.

Arbeits- und Beschäftigungsminister Nicolas Schmit erinnerte gestern daran, dass die Arbeitslosenquote vor der Krise um die vier Prozent lag. Dass dieses Niveau in den kommenden Jahren erneut erreicht werden könne, hält er für „machbar“.

Dazu muss freilich nicht nur die Konjunktur anhaltend sonnig sein, sondern die Bemühungen, um Arbeitssuchende an Arbeitgeber zu vermitteln, müssten intensiviert werden. Die Weiterbildung sei vor allem vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Automatisierung ein kapitaler Schlüssel dafür, aber auch die enge Partnerschaft mit den Unternehmen, die vor kurzem nach einer positiven Bilanz erneuert worden war.

„In der Industrie sind Projekte dabei, sich zu konkretisieren, aber auch im Dienstleistungsgewerbe“, sagte Schmit auch mit Blick auf das neue Viertel „Ban de Gasperich“, wo Hunderte neue Arbeitsplätze entstehen werden.

„Job Coaching“ für behinderte Arbeitssuchende

Ein besonderes Augenmerk müsse jedenfalls den Arbeitssuchenden gelten, die schwerer vermittelbar sind. Im vergangenen Jahr hatten Arbeitsministerium und ADEM ein Programm gestartet, um mit Gemeinden und Organisationen Jobs für Langzeitarbeitslose zu schaffen. Von den 150 angepeilten neuen Stellen konnten allerdings bislang nur 85 geschaffen werden, erklärte Nicolas Schmit und führte als Grund den späten Start der Initiative und die Gemeindewahlen an, die Entscheidungen über Posten verzögert hätten. Dieses Jahr ist das Programm noch ambitionierter: Es sollen 400 Stellen für Langzeitarbeitslose entstehen. Schmit erneuerte in diesem Sinne seinen Appell an potenzielle Partner.

Da besonders behinderte Arbeitssuchende schwer vermittelbar sind, stellen Arbeits- und Familienministerium nun e das Projekt „Job Coach“ auf die Beine.

Sie sollen den eingestellten Arbeitnehmern zum einen dabei helfen, sich in einen Betrieb zu integrieren, den Betrieben aber auch bei der Erfüllung der Bedingungen zur Seite stehen, die es braucht, damit ein Bürger mit einer Behinderung auch wirklich Teil des Teams werden kann. Damit erschöpft sich die Arbeit der „Job Coaches“ allerdings nicht: Sie sollen die betroffenen Arbeitnehmer auch über eine längere Zeit begleiten und Konflikte lösen helfen, damit sie nicht wieder bei der Arbeitsagentur landen.

Wie viele dieser „Job Coaches“ - übrigens eine langjährige Forderung von Behindertenorganisationen - eingesetzt werden sollen, konnte Minister Schmit gestern nicht sagen.