LUXEMBURG
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Saarland verlegt Ausflüge ins Internet - Rheinland-Pfalz reizt mit Schnuppertexten

Es zeichnen sich zwar Lockerungen des Shutdowns ab, aber mit dem Tagestourismus, Ausflügen, dem Besuch von Ausstellungen oder Kulturstätten wird es noch dauern. Deshalb laden unsere deutschen Nachbarländer laden die potenziellen Besucher entweder zu virtuellen Touren und Konzerten ein oder bieten via Internet umfangreiche Informationen zu historischen Stätten und Orten.

Im benachbarten Saarland, das relativ neu auf der touristischen Landkarte ist, versucht man ganz besonders aus der Not eine Tugend zu machen. Die Antwort ist der sehr umfangreiche „Virtuelle Saarland-Entdecker-Kalender“. Hier ein paar wenige Beispiel aus dem Angebot:

Die Saarländische Staatskanzlei hat 31 Geschichten, 1.997 Objekte und drei Museen des Landes bei „Google Arts and Culture“ online gestellt. Die Seite zeigt historische Momente des Saarlandes, ausgewählte Ausstellungen und bedeutende Ereignisse der wechselhaften Landesgeschichte. Bei „Saarhundert“ dreht sich alles um die hundertjährige Geschichte des Bundeslandes, während sich die Reihe „das Erbe“ umfassend mit dem saarländischen Bergbau beschäftigt (http://tinyurl.com/ArtsAndCultureGrossregion).

Fast live am Samstag

Quasi.live bringt die Kultur- und Kreativbranche der Großregion SaarLorLux in schweren Zeiten zusammen. Die Initiative sorgt nach dem Motto „Gemeinsam online statt allein daheim“ dafür, dass Konzerte zum Zuschauer nach Hause gelangen. Jeden Samstag um 20.30 tritt ein Act per Stream live auf (http://www.quasi.live)

Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim ist als grenzüberschreitende Anlage eine museale Besonderheit der Region. Die Museumsmacher veröffentlichen derzeit jede Woche bei Facebook die Beschreibung eines Ausstellungsstückes aus dem Museum. Eine Gesamtübersicht ist auch auf der Homepage des Europäischen Kulturparks zu finden (http://www.europaeischer-kulturpark.de).

Digital an der Saar

Eine Saarbrücker Gästeführerin spazierte bei der ersten Facebook-Watchparty der Tourismuszentrale per Livestream mit rund 1.000 Gästen durch die Saarbrücker Altstadt. Bei der zweiten Watchparty ging es dann vom Saarbrücker Schloss bis zur Ludwigskirche.

Nun stehen beide Stadtführungen auf den Facebookseite „Urlaub im Saarland“ und können jederzeit angeschaut werden (http://www.facebook.com/UrlaubimSaarland).

Etwas kleiner als die saarländischen Nachbarn gehen die rheinland-pfälzischen „Gastlandschaften“ den Tourismus in Zeiten der Coronakrise an. Neben der Mahnung bei Ausflügen in die Natur die Abstandsregeln einzuhalten und dem Hinweis darauf, was leider alles geschlossen ist, erfährt man unter Gastlandschaften.de im Netz einiges über historische Orte in Rheinland-Pfalz. Wobei Romantik und kriegerische Auseinandersetzungen eng beieinander liegen können, wie einige Beispiele zeigen.

Schwarze Türme und ein Regierungsbunker

Im historischen Kurort Bad Ems an der Lahn vermutet niemanden den Nukleus eines großen Krieges. Auf der Promenade sprach 1870 der französische Botschafter den preußischen König Wilhelm so unglücklich an, dass die daraus resultierende „Emser Depesche“ Frankreich zu einer Kriegserklärung provozierte - der deutsch-französische Krieg 1870-1871 begann.

Weltbekannt sind die düsteren Brückentürme der „Brücke von Remagen“ über den Rhein, die im März 1945 von den Amerikanern unzerstört erobert wurde - was den Krieg um Wochen verkürzte. In Zeiten ohne Corona kann man das Friedensmuseum in den linksrheinischen Türmen.

Eine jüngere historische Stätte - in Luxemburger eher unbekannt - vermittelt einen Hauch von James-Bond-Film: Unter den steilen Hängen des Ahrtals am Nordrand der Eifel , berühmt für seine Rotweine, liegt der ehemalige deutsche Regierungsbunker, den man normalerweise besichtigen kann. In diesen Bunker wollte sich die, damals noch im nahen Bonn sitzende, deutsche Bundesregierung bei einem Angriff des Warschauer Paktes zurückziehen.