LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Food4All vertritt Luxemburg bei der „Consumer Electronics Show“ in Las Vegas

Seit einem Jahr arbeitet Food4All intensiv mit einigen Supermärkten zusammen und kennzeichnet Lebensmittel, die bald ihr Verfallsdatum erreichen mit der „F4A“-Etikette. Produkte, die eigentlich vom Supermarkt weggeschmissen werden würden, werden durch diese Initiative zu einem günstigeren Preis angeboten, um den Kauf der Lebensmittel für den Verbraucher attraktiver zu machen. Zu den jeweiligen Produkten findet der Käufer dann auch in der gratis App Video-Rezepte, die ganz einfach nachgekocht werden können. Ein Schritt, der nicht nur dem Planeten hilft, sondern auch Karmapunkte sammelt und den Geldbeutel schont. Um die Leute nun in Hinsicht auf Lebensmittelverschwendung noch weiter aufzuklären, hat das Team von Food4All zusammen mit „Virtual Rangers“ ein Spiel entwickelt, bei dem man durch die Verwendung der richtigen Produkte ordentlich Punkte sammeln kann. Vom 6. bis zum 10. Januar vertritt die Mannschaft mit „Virtual Food Savers“ Luxemburg in Las Vegas bei der „Consumer Electronics Show (CES) - the global stage for innovation“.

Virtuell und nachhaltig kochen

Schnell die VR-Brille aufsetzen, in die virtuelle Küche treten und schon kann fleißig gekocht werden. Das Rezept der „Bouneschlupp“ kann dann in der Küche im Freien studiert werden, bevor nach den Zutaten gegriffen wird - doch immer brav auf das „F4A“ Etikett achten, das gibt nämlich Extrapunkte. Wer noch keine Erfahrung mit der virtuellen Realität hat, dürfte sich erst einmal wundern, wie echt sich diese durch Technik konzipierte Welt auf einmal anfühlt. Ist man eigentlich noch zuhause im Wohnzimmer, so wird man bei diesem Spiel im Nu in eine grüne Landschaft mit Körben voller Lebensmittel katapultiert. Der große Topf wartet nur darauf endlich in Gebrauch genommen zu werden. Nun heißt es, alles was in die „Bouneschlupp“ hinein gehört sorgfältig auszuwählen und köcheln zu lassen. Da fehlt eigentlich nur noch der appetitanregende Duft der Mahlzeit. Wer die richtigen Produkte zum Kochen auswählt und auch noch flink ist, schafft es beim Ranking ganz nach oben. Doch wie kommt man überhaupt auf die Idee, eine virtuelle „Bouneschlupp“ kochen zu wollen?

Mangelnde Aufklärung

Die Idee des Spiels an sich kam, nachdem Food4All für die CES ausgewählt wurde. Das Team hat sich recht schnell mit „Virtual Rangers“ in Verbindung gesetzt, um das Projekt gemeinsam auf die Beine zu stellen. „Wir wussten, dass wir etwas mit virtueller Realität machen wollten und wollten die Gelegenheit nutzen, um über Lebensmittelverschwendung aufzuklären“, verrät Ilana Devillers, CEO des Start-Up-Unternehmens. Dass in diesem Bereich Handlungsbedarf besteht ist den Mitarbeitern schon lange bewusst, deshalb gehen sie nun spielerisch ans Thema ran, um noch mehr Leute weiterzubilden und aufzuklären. Alle Altersgruppen sollen hier abgedeckt werden. „Wir haben festgestellt, dass wenn wir uns in Supermärkten mit Leuten unterhalten, viele das Problem entweder nicht besonders ernst nehmen, oder einfach nicht ausreichend informiert sind. Wir wollen die Leute von Grund auf sensibilisieren und ihnen eine Vision mit auf den Weg geben. Es geht hier um ‚learning by doing‘: Sowohl Schulkinder als auch Erwachsene müssen lernen weniger verschwenderisch zu sein, und das aktiv“ erklären Claudia Mannelli, COO von F4A, und Ilana Devillers.

Luxemburgische Kultur in den USA

„Virtual Food Savers“ und unsere heißgeliebte „Bouneschlupp“ sollen aber noch mehr bewirken als reine Aufklärung. Mit der Teilnahme an der „Consumer Electronics Show“ will Food4All nicht nur zeigen, dass es auch in Luxemburg junge Talente gibt, sondern auch den Amerikanern unsere Kultur näherbringen. „Es ist uns eine große Freude und Ehre, den Leuten in Las Vegas ein kleines Bisschen über die luxemburgische Kultur beizubringen. Deshalb überlegen wir auch, das Spiel ‚Liewensmëtteloffall, Nondikass!‘ zu nennen. Dann können die Amerikaner die Aussprache dieser Worte lernen und einfach ein bisschen damit spielen“, verraten die Mitarbeiter der Firma voller Vorfreude auf Januar. Nach Las Vegas geht es für Food4All nämlich auch noch nach New York zur „National Retail Fair“. Obschon es bereits viele Ideen zum Ausbau des Spiels gibt, wird es zunächst so gehandhabt, dass es erst in Las Vegas vor großem Publikum vorgestellt wird und bestehen muss. Danach wird weiter daran gearbeitet und auch in Zusammenarbeit mit Schulen und Supermärkten angewendet, um die Erziehung und Bildung gegen Lebensmittelverschwendung weiterzubringen.

In nicht allzu ferner Zukunft sind aber schon weitere Versionen des Spiels geplant - ob dann vielleicht auch noch „Feierstengszalot“, „Judd mat Gaardebounen“ oder doch eher „Kniddelen“ in der virtuellen Küche zubereitet werden, wird die Zukunft zeigen.