LUXEMBURG
SVEN WOHL

Spielfokus: Grand Theft Auto

Die Perspektive kann täuschen: Eigentlich geht man davon aus, dass es sich bei „Grand Theft Auto“ (GTA) um ein typisches Rennspiel handelt. Aber es wird klar, worum es geht, sobald man den Wagen verlässt, die Straße überquert und ein anderes Auto klaut. Der Startschuss für eine einzigartige kriminelle Karriere.

Von der Nische zum Kult

Es war das Thema, das GTA im Jahr 1997 zu seiner Popularität verhalf. Während GTA 3 als der Titel gilt, der die Serie zu einem Massenphänomen machte, wurden zahlreiche Standards der Serie bereits im Erstling festgelegt. Eine frei begeh- und befahrbare Stadt gehören da ebenso dazu wie die eskalierende Gewaltspirale, in die man herabrutscht. So kann man als Spieler natürlich allerlei Gesetze brechen, doch das ruft schnell die Polizei auf den Plan, die einfach nicht locker lassen will. Verfolgungsjagden sind also vollkommen üblich und oft aussischtslos. Unauffällig bleiben ist also wichtig, wenn man Erfolg in den Missionen haben möchte. Wenn man diese Missionen überhaupt spielen möchte. Denn es gibt durchaus die Möglichkeit, das zu ignorieren und GTA als einen persönlichen kriminellen Sandkasten zu interpretieren. Das Spiel unterstützt das, denn für alle kriminellen Aktivitäten bekommt man schlussendlich Punkte. Jeder Level verlangt eine gewisse Punktzahl, damit die nächste Ebene frei geschaltet wird.

Radio-Star

Was dem Spiel eine eigene Note vergab, war nicht nur der Look und das Thema, sondern auch die Tatsache, dass in den Autos verschiedene Radio-Stationen gehört werden konnten. Natürlich wurden die Sprecher teils genutzt, um eine parodistisch überzogene Version der realen Medienwelt zu schaffen. Ein Merkmal der Serie ist letztlich auch ein relativ markant ausgearbeiteter Humor, der versucht, der gekonnt die Spitze zu nehmen. Interessant ist ebenfalls, dass die drei Städte, die in GTA auftauchen, auch später wieder in der Serie wiederverwendet werden. Liberty City, das auf New York basiert, ist ebenfalls Vorlage für das dritte und vierte Spiel der Serie, während Vice City und San Andreas in GTA: Vice City und GTA: San Andreas aufgearbeitet werden. Aus heutiger Sicht ist das Original immer noch sehr spielbar, auch wenn die Grafik, wie so oft, sehr altbacken wirkt.
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