LUXEMBURG
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Eintauchen in das Luxemburg des 19. Jahrhunderts - dank VR Creative und dem 1867-Projekt

Die Festungsstadt Luxemburg in ihrer ganzen Pracht bestaunen - das macht eine virtuelle Tour möglich. Die „Virtual Reality“ (VR)-Ausstellung „1867“ schickt sich an, die Stadt Luxemburg in all ihren Facetten in einer 3D-Simulation frei erkundbar zu machen. Das Ziel: „Geschichte lebendig zu machen“, betont Pit Vinandy vom federführenden VR Creative. Zu zweit kümmert sich das Team derzeit um die Erschaffung der virtuellen Geschichtswelt.

Möglich macht das die VR-Plattform „Sansar“, wie Vinandy erklärt: „Hier lassen sich kleine eigene Reiche schaffen, die man total nach dem eigenen Geschmack designen kann.“ Die Software-Plattform ist als „Second Life“-Nachfolger gedacht - und damit auch perfekt, um das „1867“-Projekt (und damit die Geschichte Luxemburgs) auch international groß rauszubringen. „Die Plattform baut auf soziales VR“, erklärt Vinandy; das heißt, sobald es öffentlich ist, haben Menschen aus aller Welt Zugang zu der virtuellen Zeitreise. „So machen wir luxemburgisches VR international.“ Und weil sich alles in einer VR-Brille abspielt, ist die virtuelle Zeitreise-Ausstellung sogar vergleichsweise mobil - ein weiterer Vorteil.

Schaffe, schaffe, Häusle baue

Dahinter steckt viel Arbeit: „Wir haben mit einem 3D-Modell der Stadtkarte samt der topographischen Daten vom städtischen Topographie-Amt begonnen“, erklärt Vinandy. Hinzu kommt ein im 3D-Scanner erstelltes Modell der Festung am Bock. Die ersten Gebäude gibt es damit schon. Komplett ist es aber noch nicht: „Da entstehen noch ganze viele Häuser “, erklärt Vinandy. Den Straßenverlauf kann man aber bereits erkennen. „In Handarbeit schaffen wir derzeit die einzelnen Hausmodelle, die wir dann noch einfügen müssen“, meint Vinandy weiter. Derzeit arbeitet das Team zu zweit, könnte aber, wenn das Projekt Erfolg hat, weiter aufgestockt werden. „Mit mehr Leuten geht die Arbeit natürlich schneller“, meint Vinandy. Recht hat er, denn die virtuelle Welt will, einmal geschaffen, ja auch mit Leben gefüllt werden. Dabei wird jedes Modell einzeln anhand historischer Dokumente geschaffen und modelliert. Auch Spielermodelle sowie Nichtspiellercharaktere, welche die virtuelle Welt bevölkern sollen, müssen noch entstehen. All das ist Handarbeit anhand historischer Dokumente, weshalb das Team eng mit Museumspartnern arbeitet. So etwas kostet natürlich Zeit - weshalb das Projekt noch nicht abgeschlossen ist. „Wir sehen das ganz klar als kollaboratives Projekt, bei dem nach und nach diese Welt von 1876 entstehen soll“, betont er. Deshalb rechnet er auch mit einer starken Beteiligung, sobald das Projekt öffentlich verfügbar ist. Zudem hofft er auf eine rege Teilnahme von Hausbesitzern und Unternehmen, die ihren Teil der Stadt vertreten sehen wollen. Besonderes Interesse sieht Vinandy für Schüler, Studenten und Historiker, die so in die Vergangenheit eintauchen können. „Wir wollen zum Beispiel gezielt Lehrpersonal einladen, um ihre Schulklassen auf Zeitreise mitzunehmen“, meint er.

Aber die Ausstellung ist auch sonst für jeden öffentlich zugänglich, von diesem Montag, dem 3. bis zum 30. November jeden Wochentag von Montags bis Freitags zwischen 10.00 und 18.00 im Forum Geesseknäppchen. Am heutigen Samstag ist zudem feierliche Vernissage ab 14.00.

Mehr Informationen unter www.vrcreative.com und unter tinyurl.com/1867Stadt