CLAUDE KARGER

Na, das hat sich die frisch gebackene Gesundheitsministerin wohl kaum gewünscht, nämlich sich kurz nach Amtsantritt mit so einem fiesen Virusdings rumschlagen zu müssen. Die Kardinalszeitung ist jedenfalls überzeugt, dass der Keim bald erstickt wird und „Paulette Lenert als Corona-Virus-Bezwingerin in die Geschichte der luxemburgischen Gesundheitspolitik eingehen“ wird. Bleibt zu hoffen, dass dieser Eintrag recht schnell getätigt werden kann, denn: „wenn die Epidemie weiter um sich greift, steht der Großherzog am 22. Juni mit seinem Feuerwerk unter Umständen ganz alleine da“. Eine Nationalfeiertagsparade im Schutzanzug ist auch nicht so sexy. Und wo sollen die Damen bloß mit ihren heißen Hüten hin, wenn im Te Deum Schutzmaskenpflicht gilt? Aber die LSAP wird
das schon nicht zulassen, nicht nur weil sie die Gesundheitsministerin stellt, sondern sie sich ihre unbändige Wir-werden-nochmal-Premierpartei-Erregung durch irgendeinen Erreger nicht abtörnen lässt. Der neue Boss der Genossen will jedenfalls 2023 drei rote Sitze mehr in der „Chamber“. Taffes Programm, selbst für Pragmatiker mit Anspruch auf Polit-Paradigmenwechsel: „Wir müssen mit dem Image brechen, dass Politik eine Angelegenheit von alten Männern ist, die bis spät in die Nacht diskutieren“. Wenn man so nicht schon die Stimmen der Senioren verspielt...