CLAUDE KARGER

Wenn schon die Sache mit dem orangen Wahlkampftandem Wiseler-Reding im Wahlbezirk Zentrum nicht so klappt, wie es sich die frühere EU-Kommissarin gedacht hatte, will sie wenigstens auf Facebook vorn sein, wo sie derzeit doppelt so viele „Likes“ hat, wie der christlich-soziale Spitzenmann. Den ganzen Rummel pimpte sie über den Sommer mit dem Selbstdarstellungsfeuilleton „Een Dag, een Buschtaf“ auf. „Den Obelix ass an d’„Potion magique“ gefall. Ech sinn an Europa gefall. Deemools, zu Esch“, erzählt Sie da etwa oder wie ihr als späterer „Roaming-Queen“ der damalige EU-Kommissionsboss Telekom und Technologie anvertraute, obwohl sie „„vun Tuten a Blosen“ keng Ahnung“ von diesen neumodischen Spielereien hatte. Fakt ist: Bei der selbsternannten Alleskönnerin muss sogar Mupp Vodka beim Wahlkampf mit Schnauze zeigen. Ob das nicht gegen das neue Tierschutzgesetz verstößt? Dass jedenfalls ein Rennen um Stimmen sich nicht nur an den digitalen Stammtischen entscheidet und Politik machen „mehr ist, als kurze oder längere Posts auf Twitter und FB absenden“, rief gestern ein vom unglaublichen Spiel um Liste 9 sehr nachdenklich gestimmte „T“-Leitartikler in Erinnerung. „Wer derlei „Demokraten“ hat, braucht keine russischen Hacker, um dem demokratischen System zu schaden“, seufzt der Autor. Darauf einen dreifachen Vodka.