LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Indextranche steigt im ersten Quartal 2017 - Arbeitslosigkeit sinkt weiter

Die Wirtschaft in Luxemburg wächst weiter moderat mit rund vier Prozent in diesem und im kommenden Jahr. „Dafür zeichnen vor allem Konsum und Investitionen im Inland verantwortlich“, erklärte Statec-Direktor Serge Allegrezza während der Pressekonferenz zur Konjunktur am Mittwoch. Wachstumsfaktoren liegen vor allem außerhalb des Finanz-Sektors. Trotz Brexits und starker politischer Risiken blicken Luxemburger Haushalte so positiv auf die Zukunft wie schon lange nicht mehr. Der Konsum zeigt sich jedoch wenig dynamisch, während die Rohstoffpreise anziehen. Die Experten des Statistikamtes bezeichneten das Wachstum, das weit höher liegt als in den meisten EU-Ländern, dennoch als volatil.

Von dieser Entwicklung profitiert vor allem der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote soll laut den Statec-Experten weiter sinken auf 6,2 Prozent in 2017 sinken. Pro Trimester werden in Luxemburg statistisch 3.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Gehaltserhöhung wohl 2017

In Luxemburg sind die Löhne indexiert, das heißt sie steigen, wenn die Lebenshaltungskosten über ein Semester steigen oder allen und ein vorab definiertes Niveau erreichen. Dazu ermittelt der Statec monatlich aus rund 250 Waren und über 7.000 Preisen die Lebenshaltungskosten. Im ersten Trimester 2017 soll es soweit sein. Dann rechnet der Statec mit einer Indextranche. Die Inflation von derzeit 0,3 Prozent sowie 1,4 Prozent für 2017 wird vor allem von gestiegenen Rohstoffpreisen getrieben. Insgesamt ist die Lohnentwicklung bislang sehr moderat.

Innerhalb der Eurozone sehen die Experten einige positive Anzeichen, nachdem die Finanzmärkte nach der Brexitankündigung zunächst eingebrochen waren. Während der Finanzkrise hatten vor allem Bankenpapiere mehr an Wert verloren als andere Aktien. Auf der Einnahmenseite sorgen direkte Steuern für einen Zufluss. Sie werden vor allem von den Haushalten getragen. Allerdings sind 2016 historisch tiefe Einnahmen wegen struktureller und konjunktureller Faktoren wie dem E-Commerce und dem Tanktourismus zu vermelden.

Rückblick und Ausblick

Während 2016 die Börsen um 13 Prozent einbrachen und die öffentlichen Ausgaben gering waren, sollen beide Zahlen anziehen. „Wir kommen nach und nach in einen positiven Konjunkturzyklus“, meinte Ferdy Adam. Ab 2017 wirkt sich die Steuerreform positiv auf den Konsum aus. Die öffentlichen Einnahmen steigen langsamer als die Ausgaben. Für Unsicherheit sorgen Trump sowie die Wahlen in Italien und Österreich. Dennoch reicht es für ein Wirtschaftswachstum zwischen 3,5 und 4 Prozent.