LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

„Temporary Autonomous Zone“ - Kunstinstallation in der Hauptstadt

Die TAZ lässt sich in der Hauptstadt nieder. Die drei Buchstaben stehen nicht für eine deutsche Tageszeitung, sondern sind die Abkürzung für die „Temporary Autonomous Zone“ des spanischen Künstlerkollektivs „Todo por la Praxis“ Das von Diego Peris gegründete Kollektiv hat weltweit schon eine beachtliche Anzahl solcher zeitlich begrenzter Kunstinstallationen im öffentlichen Raum errichtet, in Luxemburg wurden er und seine Mitglieder vom Casino Luxemburg für die erste Künstlerresidenz außerhalb des Hauses für zeitgenössische Kunst ausgewählt. Das turmförmige Konstrukt steht bis Anfang September an der Kreuzung Boulevard de la Pétrusse, Avenue de la Gare.

Das Künstlerkollektiv errichtet seine Installationen meistens an Orten, die nicht mehr benutzt werden und nahezu seit Jahren brach liegen. Auf der Fläche neben dem Viadukt befindet sich heute lediglich eine Vel’oh-Parkstation, bis vor ein paar Jahren befanden sich noch öffentliche Toiletten an dieser Stelle.

Konzertbühne

Die Installation besteht aus Baugerüsten, die mit Kunststoffelementen verkleidet wurden, die normalerweise von der Straßenbauverwaltung benutzt werden, um provisorisch Straßenfahrbahnen zu trennen. Das gesamte Material kann später wieder verwendet werden. Eine „Temporary Autonomous Zone“ verwalte sich selbst, betont Mitglied Jon Garbizu. Das Erdgeschoss können Musiker unentgeltlich als Bühne für ihre Auftritte benutzen, darüber hinaus finden hier auch Konferenzen und Workshops statt. Auf der ersten Etage richtet das Kollektiv ein Archiv ein, in dem die Besucher sich über 50 weitere „Temporary Autonomous Zone“-Projekte informieren können. Das Archiv biete auch die Möglichkeit, ein Netzwerk zwischen den einzelnen Installationen aufzubauen, erklärt Garbizu und steigt über eine kleine, seitlich des Turms angebrachte Metalltreppe auf die zweite Etage, auf der unter freiem Himmel ein Stadtgarten angelegt wird, der von Freiwilligen bepflanzt werden soll. Die Verantwortlichen des Kollektivs arbeiten momentan noch an einer Internetseite, in die jeder, der sich am urbanen Gartenprojekt beteiligen möchte, einloggen kann.

Die erste und zweite Etage der Installation sind ab 18.00 geschlossen, das Erdgeschoss ist 24 Stunden am Tag geöffnet.
www.casino-luxembourg.lu