CLAUDE KARGER

„Ambitionierte christlich-soziale Mitstreiter dürften ob des kühnen Vorstoßes des Oppositionsleaders erst einmal in Schockstarre verfallen sein“, befürchtet der „Wort“-Wochenrückblicker ob des wiseler’schen Spitzenkandidaten-“Outings“ zur morgendlichen „Prime Time“, womit der CSV-Fraktionsboss glatt die „Mikado-Regel“ brach, die da lautet: „Wer sich zu erst bewegt, der hat verloren“. Schockstarre? Na, ja. „Reding schließt diplomatisch formuliert keine Optionen aus, Frieden gibt sich noch verschlossen wie eine Auster“, analysiert der „T“-Leitartikler, der den Kampf um die CSV-Spitzenkandidatur längst nicht ausgestanden sieht. Die „Auster“ - zu Ministerzeiten stets vom OGBL-Blatt wegen ihrer Austeritätspolitik gegrillt - parlierte jedenfalls laut „T“ kürzlich „offen, locker und frei“ beim „Wine & Business Club“, kurz nachdem die mit einem „47-prozentigen Olivenlikör aus der ehemaligen Papststadt Avignon“ übergossene Vorspeise serviert war. Na, wenn sowas die Zungen nicht lockert... Innerhalb der LSAP sind sie das übrigens längst, allerdings nicht um „kameradschaftliche Zärtlichkeiten“ auszutauschen. Tja. „Ob Kandidatengeschacher bei der CSV oder programmatischer Disput bei den Sozialisten, beides trägt zur Volksbelustigung bei. Und Lachen bleibt die beste Medizin“, schreibt der „T“-Editorialist. Da ist was dran.