LUXEMBURG
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„Bio Green Beef“ vorgestellt: Bio-Fleisch von Jungrindern „Made in Luxembourg“

Schon früh erkannte die Cactus-Gruppe den Mehrwert von Bio-Lebensmitteln und setzte ihre Mittel zur Unterstützung des ökologischen Landbaus ein“, erzählte gestern Laurent Schonckert, der Geschäftsführende Direktor der Cactus-Gruppe, auf dem Bauernhof Matgé-Stoltz in Dondelingen. Hier stellte das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Verbraucherschutz, die „Interessegemeinschaft Vermarktung Lëtzeburger Biofleesch a.s.b.l.“, Convis und natürlich Cactus ihr neues Projekt vor: „Bio Green Beef“, Jungrindfleisch, das von sechzehn luxemburgischen Bio-Betrieben exclusiv für Cactus produziert wird.

Hochwertiges Bio-Rindfleisch

Seit 50 Jahren unterstütze Cactus bereits die einheimische Landwirtschaft mit allen Mitteln. 1996 wurde so das „Gütesiegel Cactus - Rëndfleesch vum Lëtzebuerger Bauer“ ins Leben gerufen, dem heute rund 160 luxemburgische Züchter angehören. Und ein paar Wochen nach der Einführung des Geflügelfleischs „Cactus - Poulet vum Lëtzebuerger Bauer“ ist nun vor einigen Tagen das neue Projekt „für sehr hochwertiges Bio-Rindfleisch“ angelaufen und in den Regalen zu finden, wie Schonckert sagte.

„Bio Green Beef“ wurde 2010 von der Verwaltung der technischen Landwirtschaftsdienste (ASTA) im Rahmen des „Nationalen Aktionsplans zur Förderung der Bio-Landwirtschaft“ (kurz Bio-Aktionsplan) in die Wege geleitet und ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Cactus, der „Interessegemeinschaft Vermarktung Lëtzeburger Biofleesch a.s.b.l.“ und der Zucht- und Beratungsgenossenschaft Convis.

„Die Produktionskette setzt auf Tier- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Rückverfolgbarkeit und Geschmacksqualität“, wie Roland Barthelmy von der IVLB ausführte. Die jungen Rinder von Fleischrassen wie Limousin, Charolais, Blonde d’Aquitaine und Angus stammen ausschließlich aus der Zucht von sechzehn luxemburgischen Bio-Produzenten. Diese erfüllen die EU-Standards für Bio-Produkte, die von der EU verlangt werden, „sowie die zusätzlichen Anforderungen des Bio Green Beef-Lastenhefts, das die Auflagen und Aufgaben aller Beteiligten der Produktionskette umfasst“, stellte Barthelmy klar. Die Jungrinder werden acht bis zwölf Monate bei der Mutter großgezogen. „Voraussetzung für eine natürliche Entwicklung der Tiere sind Weidegang während der Vegetationsperiode und ausreichend Platz im Stall, damit auch während den Wintermonaten eine optimale Entwicklung gewährleistet ist“, sagt Barthelmy. Die Fütterung erfolge ausschließlich mit Muttermilch, Gras und Kräutern von der Weide, „im Winter, Heu und Silage sowie zusätzlich Kraftfutter aus Getreide regionaler Herkunft.“ Das angestrebte durchschnittliches Schlachtgewicht (kalt) liegt bei 200 kg, wobei das Mindestschlachtgewicht 180 kg beträgt. Der Umgang im Schlachthof erfolgt tiergerecht.

Diese 100-prozentigen Bio-Futtermittel würden somit überwiegend aus betriebseigener Produktion stammen. „Alle diese Faktoren geben dem Fleisch seine rosarote Farbe und feine Marmorierung. Beim Kochen entwickelt es ein Maximum an Zartheit und einen einzigartigen Geschmack“, so die geschmackvolle Beschreibung gestern Nachmittag, wovon sich die Gäste um Landwirtschaftsminister Fernand Etgen im Anschluss auch selbst überzeugen konnten.

Nachhaltiges und einzigartiges Produkt

„Bio Green Beef“ sei somit ein nachhaltiges Produkt. Die Bio-Landwirtschaft schont nicht nur die Umwelt, sondern auch natürliche Ressourcen wie Wasser, Boden und Luft. „Auch der Verzicht auf Pestizide und chemische synthetische Düngemittel sowie eine andere Flächennutzung sind für Flora und Fauna von Vorteil und tragen zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei“, wie auch der Minister betonte. Die Landwirte würden so ihrerseits eine faire Vergütung erhalten, die es ihnen ermöglicht, die Produktionskosten zu decken und die Aufzucht langfristig zu sichern. Etgen lobte die Hartnäckigkeit der Partner bei der Umsetzung des Projektes und dass nun eine so gute Partnerschaft auf die Beine gestellt wurde. „Wenn jetzt auch noch der Kunde weiter so zugreift bei den Bio-Produkten, dann wird das Projekt eine gute Beständigkeit haben“, sagte der Minister.

Dank des Engagements von sechzehn luxemburgischen Bio-Bauern, der Verwaltung der technischen Landwirtschaftsdienste als treibende Kraft, gepaart mit dem Know-how der Lebensmittelhändler und Metzger, „konnte eine in Luxemburg einzigartige Produktionskette aufgebaut werden.“