LUXEMBURG
CLAUDE MÜLLER

Neues Album von Jazzmusiker David Laborier

Weder modisch noch antimodisch, eher als elegantes Spiegelbild einer konsumfreudigen Epoche, die sich, dem Zeitgeist entsprechend, dem internationalen Trend der anspruchsvollen Wellnessmusik anpasst, so könnte man die neue CD des immer angenehm klingenden Gitarristen David Laborier zusammenfassen.

Den Geist der Erneuerung, den man momentan häufig bei rezenten Veröffentlichungen, mal überzeugend, öfter aber krampfhaft überspannt, in Szene setzen möchte, ist bei Laboriers Produktion in keiner Hinsicht präsent. Und genau das ist das Gute am Resultat dieses perfekt gelungenen Aushängeschilds einer überzeugenden New-Mainstreamformation.

Exzellente Solisten

Dass alle Mitglieder des Sextetts sich als exzellente Solisten präsentieren und durch ihr handwerklich solides Feeling das Profil des Gesamtbilds immer wieder neu beleuchten, ist sicher ein ausschlaggebender Pluspunkt für sämtliche Kompositionen.

Angenehm gebündelt versetzt die klassische dreistimmige Bläsersektion mit Trompete, Saxofon und Posaune gleich zu Beginn in eine leicht nostalgische Stimmung, die wie ein farbiger Faden durch die ganze Demonstration ihrer Anpassungsfähigkeit führt. Eine leichte Steigerung in puncto Beweglichkeit des Klangbilds bietet die internationale Besetzung um den Luxemburger Lehrer am hauptstädtischen Konservatorium mit Marc Huynen (Trompete und Flügelhorn), Tim Daenen (Posaune), beide aus den Niederlanden, Pierre Cocq-Anman (Saxofone) und Sebastian „Schlapbe“ Flach aus unseren Nachbarländern Frankreich und Deutschland sowie dem Luxemburger Schlagzeuger Niels Engel, die in den folgenden Stücken mit konsequenter persönlichen Soundnote den Ablauf bereichern.

Natürlich darf eine Ballade mit gefälligem, satten Flügelhornsound und einer ungezwungenen Selbstverständlichkeit, die das Klangwechselspielpotenzial einer Band porträtieren soll, nicht fehlen. Fast düster beginnt dann aber die nächste Nummer, die dann aber versöhnlich mit gewohnten Klischees einzuheizen vermag.

Gefühl des „Déjà Vu“

Wieder friedlicher geht es beim fünften Take mit vertrautem harmonischen Aufbau zu und selbst minimalistische Einflüsse werden überraschend eingebaut, bevor gegen Ende die zum ansprechenden Konzept passenden Retrogefühle wieder wach werden und trotz gelungener Arrangements und vollem Einsatz der ausgezeichneten Musiker das permanente Gefühl des „Déjà Vu“ nicht zu verkennen ist.

Durch die publikumsgerecht konstruierten Improvisationseinlagen der Solisten kommt beim letzten Stück sogar eine unerwartete Liveatmosphäre im 38-minütigen niveauvollen Album auf.

Ob der berühmte Funke, der bekanntlich für den kommerziellen Erfolg verantwortlich ist, überspringt, sei den jeweiligen Geschmäckern überlassen, jedenfalls ist Laborier und seiner Crew mit „NE:X:T“ eine ansprechende, dem aktuellen Trend des „Wellnesskults“, angepasste Mixtur gelungen.

Nach Auftritten in Berlin, Leipzig und Düsseldorf Anfang Dezember wird die Band nach letzten Informationen ihre neue Produktion am 18. Mai in Düdelingen beim Festival „Like A Jazz Machine“ vorstellen.

Zusätzliche Informationen unter www.labojazz.com