LUXEMBURGSVEN WOHL

Angespielt: „The Legend of Zelda: The Wind Waker HD“

Selten wurde so viel über einen Grafikstil diskutiert wie beim ursprünglichen Erscheinen von „The Legend of Zelda: Wind Waker“. Der Cartoon-Look stieß seitens zahlreicher Fans auf Ablehnung und spaltete die Gemeinde. Doch mit der Zeit stellte sich eine gewisse Ernüchterung ein, und spätestens als erkannt wurde, dass der Look sich über die Zeit hinweg gut halten konnte, fand er mehr Freunde. Dass der Look kultig ist, wurde auch bei Nintendo festgestellt und so wurde beschlossen, dem Titel ein HD-Remake zu spendieren. Eines, das umfangreicher ausfiel, als viele andere Remakes dieser Art.

Aufgehübschte Konzepte

Die Grafik profitiert natürlich von der höheren Auflösung und satteren Farben. Das Spielprinzip ist allerdings das Element, das mit wahrer Zeitlosigkeit glänzt. Seit den 8-Bit Tagen hat sich bei Zelda wenig getan: Link, die Hauptfigur der Serie, muss typischerweise die drei Teile des Triforce finden, um dem bösen Ganondorf (oder einer seiner Inkarnationen) einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dabei wird das Erkunden der Welt immer groß geschrieben. Das Lösen von Rätseln spielt zusätzlich eine wichtige Rolle, dicht gefolgt von einem eingängigen und einfachen Kampfsystem. Genau das finden die Spieler auch in diesem modernen Klassiker wieder. Das Design der einzelnen Dungeons wirkt immer noch brillant und die Gegnertypen verlangen einiges von den Spielern ab. Doch an die Stelle einer von Feldern und Bergen durchzogenen Landschaft liegt hier ein einziges gigantisches Meer vor, die es mithilfe eines Schiffes zu erkunden gilt. Relativ früh im Spiel erhält Link dabei einen Gegenstand, mit dessen Hilfe er die Windrichtung beeinflussen kann. Damit kann sich „Wind Waker“ bis heute von den anderen Zelda-Titeln unterscheiden.

Die Publikumsfrage

Für Kenner des Originals für den Nintendo Gamecube stellt sich natürlich vorrangig die Frage, ob sich diese Neuauflage lohnt. Die Grafiken alleine können ja einen Neukauf nicht wirklich rechtfertigen. Dank des neuartigen Controllers der Wii U lässt sich etwa das Inventar wesentlich leichter verwalten und auch die Karte ist einfacher zu bedienen. Dazu gesellen sich noch neue Steuerungsmöglichkeiten, wenn es um Distanzgegenstände geht. Zusätzlich kann Link jetzt Selfies machen und sie ins Miiverse posten, was lustiger ist, als es klingt. Inhaltlich gesehen wurden einige spätere Quests vereinfacht oder verkürzt, was dem Spielfluss zu Gute kommt.

Wer also dieses Abenteuer von Link bereits vor Jahren liebgewonnen hat, der kann hier zugreifen. Die aufpolierte Grafik alleine reicht vielleicht nicht, um den vollen Kaufpreis zu rechtfertigen, wer allerdings nach einer Entschuldigung sucht, um ein weiteres Durchspielen zu rechtfertigen ist hier an der richtigen Adresse. Alle Serien-Neulinge sollten hier auf jeden Fall zugreifen, handelt es sich dabei um eine Sternstunde für die Reihe. Auch wer nur die Trockenzeit auf der Wii U überstehen möchte, sollte hier einmal Probe spielen (Erhältlich für 60 für die Wii U bei „Le Reservoir“).