LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Eröffnungskonzert der „Rencontres Musicales de la Vallée de l’Alzette 2015“ am 4. Januar

Walzt die Philharmonie mit ihrem reichhaltigen und nahezu kompletten musikalischen Programm die Angebote kleinerer Festivals und Konzertanbieter nieder? Während mancherorts auch knapp zehn Jahre nach der Eröffnung des Konzerthauses über die schier übermächtige Konkurrenz der Philharmonie, der man ausgesetzt ist, lamentiert wird, zieht Rosch Mirkes im Tal der Alzette jedes Jahr aufs neue sein Festival für Alte Musik durch. Mit Erfolg. Auf die Frage, ob die Philharmonie auch für seine „Rencontres Musicales de la Vallée de l’Alzette“ (RMVA) eine Konkurrenz darstelle, antwortet der musikalische Leiter der Konzertreihe diplomatisch, dass die RMVA ein anderes Publikum anlocken würden als die Philharmonie.

Erstklassige Ensembles

Zu den sieben Kirchenkonzerten zwischen Anfang Januar und Ende März kämen die Konzertbesucher des puren Musikgenusses wegen, ergänzt Mirkes, der seit Jahren die treibende Kraft hinter der Konzertreihe bildet. In anderen Worten: Wer gesehen werden möchte und sich mehr auf das Süppchen freut, das in der Pause gereicht wird, als auf den Auftritt der Chicago Philharmoniker, den zieht es wahrscheinlich eher zum Kirchberg als in ein RMVA-Konzert. Wer allerdings internationale Top-Musiker aus dem Bereich Alte Musik in einem historischen Rahmen, sprich alten Pfarrkirchen hören möchte, kommt an einem Abstecher ins Alzettetal nicht vorbei. Einige Gotteshäuser seien mittlerweile sogar beheizt, unterstreicht Mirkes mit einem leichten Grinsen. Der langjährige Musiklehrer hat auch für die am 4. Januar beginnende 14. Auflage der RMVA alle Künstler eigenhändig engagiert, im Gegensatz zu ähnlichen Veranstaltungen, die sich ihr Programm von einer Konzertagentur zusammenstellen lassen. Er verpflichte nur Künstler, die er auch live gesehen habe, erzählt der musikalische Leiter und fährt fort, dass die RMVA nach wie vor auch luxemburgischen Künstlern Auftrittsmöglichkeiten bieten würden. „Seitdem es die RMVA gibt, haben wir etwa 40 Künstler aus Luxemburg eingeladen.“

Zusammenarbeit in Sicht

Ein weiterer Grund für den Erfolg der RMVA ist, neben den erstklassigen Künstlern, der stete Wille, das Konzept der RMVA weiter zu entwickeln. Seit 2011 lädt Mirkes jedes Jahr ein Nachwuchstalent zu den RMVA ein; es sei von enormer Wichtigkeit, den jungen Leuten eine Chance zu geben. Vor zwei Jahren bekam die Konzertreihe mit „ Les Goûts réunis“ ihr eigenes Orchester, in diesem Jahr hatten Mirkes und seine Kollegen der RMVA a.s.b.l. zum ersten Mal einen Konzertmeister eingeladen.

Der anhaltende Erfolg der RMVA ist mittlerweile einigen Kulturhausleitern zu Ohren gekommen: Das eine oder andere Haus sei konkret an einer Zusammenarbeit interessiert, erklärt Mirkes und weißt noch darauf hin, dass man für die 2015er Auflage mehrere Sponsoren gefunden habe, die die RMVA mit beträchtlichen Beträgen unterstützen würden.