LUXEMBURGPASCAL STEINWACHS

Rund 60 Betriebe haben bereits das Label „Safe to Serve“ erhalten

Besser hätte das Wetter nicht sein können, und besser hätten auch der Ort (die hauptstädtische Place Guillaume II) und der Zeitpunkt der gestrigen Pressekonferenz zur Wiedereröffnung der Terrassen nicht ausgewählt werden können, war doch gestern auch noch Markttag in der Stadt Luxemburg, so dass der „Knuedler“ um 11.00 dann auch schon gut gefüllt war, als Mittelstands- und Tourismusminister Lex Delles, der CEO der Handelskammer, Carlo Thelen, sowie der Präsdent und der Generalsekretär des nationalen Hotel-, Restaurant- und Gaststättenverbandes (Horesca), Alain Rix und François Koepp, vor dem Bistro „Beim Renert“ die Terrassensaison nach der Corona-bedingten Zwangspause einläuteten. Wie François Koepp unterstrich, soll Minister Delles dann auch „wie ein Stier“ gekämpft haben, dass die Restaurants und Cafés wieder aufgehen durften.

Ab morgen dürfen die Restaurants und Cafésauch wieder im Innern Gäste empfangen

Diese dürfen ab morgen dann auch wieder im Innern Gäste empfangen, das Ganze aber natürlich immer nur unter Berücksichtigung strenger Auflagen, wie Premierminister Xavier Bettel Anfang der Woche auf einer Pressekonferenz hervorgehoben hatte.

So ist hier zwischen den Tischen ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern vorgeschrieben, oder aber, wenn das nicht möglich ist, Trennwände aus Plexiglas. Ihren Namen und ihre Telefonnummer müssen die Gäste in Luxemburg – im Gegensatz zu Deutschland, wo diesbezügliche Formulare ausgefüllt werden müssen – indes nicht hinterlassen.

Pro Tisch dürfen maximal vier Gäste bewirtet werden, es sei denn, es handelt sich um eine zusammen wohnende Familie mit mehr Mitgliedern. Es gilt jedoch Sitzpflicht, der Konsum im Stehen ist verboten, und für das Personal und die Besucher gilt Maskenpflicht, wenn sie nicht am Tisch sitzen. Die Sperrstunde wird indes auf Mitternacht vorgezogen, „nuits blanches“ bleiben vorerst untersagt.

„Das Vertrauen der Gästewiederherstellen“

Der eigentliche Gegenstand der gestrigen Pressekonferenz war dann aber das Label „Safe to Serve“, das nicht zuletzt dazu dienen soll, das Vertrauen der Gäste wiederherzustellen, wie Carlo Thelen unterstrich. Bislang haben Aussagen der Horesca-Verantwortlichen zufolge dann auch bereits rund 60 Restaurants und Cafés das Label erhalten; 120 weitere Betriebe sollen sich zudem bereits gemeldet haben, um das Label ebenfalls zu erhalten.

Die Betriebe, die sich dieser Kampagne anschließen, verpflichten sich, ihren Kunden ein höchstes Maß an Gesundheitsschutzmaßnahmen zu garantieren. Die mit dem Label ausgezeichneten Betriebe – auf die unter anderem ein großer blauer „Safe to Serve“-Aufkleber im Eingangsbereich oder an der Fensterfläche aufmerksam macht - versprechen der Charta zufolge alle erforderlichen Gesundheitsschutzmaßnahmen zu ergreifen und sollen dementsprechend in der Lage sein, den Kunden die besten Bedingungen „in Bezug Hygiene, Komfort und Geselligkeit zu bieten“, wie es in einer entsprechenden Mitteilung der Horesca heißt.

Kurzarbeitsmaßnahmen bis Ende des Jahres

Dann war gestern aber auch noch von Lex Delles zu erfahren, dass die Kurzarbeitsmaßnahmen im Horeca-Bereich noch bis Ende des Jahres in Anspruch genommen werden können und die Betriebe weiterhin unterstützt werden. Etwa ein Drittel der Betriebe ist jedoch Schätzungen der Horesca zufolge immer noch geschlossen. Von der Horesca kam dann gestern auch noch die Forderung, die Mehrwertsteuer auf Alkoholika von derzeit 17 auf drei Prozent herabzusetzen, so wie dies auch in unseren Nachbarstaaten schon geschehen sei...