Sie ist inzwischen ein fester Bestandteil der „Rentrée“. Auf der Pressekonferenz zum Schulanfang gab Bildungsminister Claude Meisch - die erste in seiner Funktion als Minister - einen Überblick über die Projekte und Prioritäten der kommenden Monate und Jahre, die sich mit den Stichworten Aus- und Weiterbildung der Lehrer, Schulprogramme und -material, Schülerbetreuung, Schulautonomie und nicht zuletzt Mehrsprachigkeit umreißen lassen - während nebenbei am Werteunterricht und verschiedenen anderen Projekten gearbeitet wird.
„Master of secondary education“ und Autonomie
Schulentwicklung sei für Claude Meisch keine „One-Man-Show“, sie müsse deshalb auch aus den Schulen kommen, bzw. in ihnen stattfinden. Den Lehrern komme dabei eine zentrale Rolle zu. Sie sollen mehr als nur Fachexperten „Experten im Lernen und Unterrichten“ sein. Zur „Stärkung“ der Lehrer in Zukunft gehört das geplante „Institut de formation de l‘Education nationale“ , das den Übergang in die Berufswelt verbessern sowie für Weiterbildung zuständig sein soll. Zur „Rentrée“ im kommenden Jahr soll das „IfEn“ seine Türen öffnen, das entsprechende Gesetzesprojekt dem Regierungsrat noch in diesem Herbst vorgelegt werden. Die Idee eines „Master of secondary education“ mit einem Schwerpunkt auf didaktischen Fragen soll in Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg weiterentwickelt werden. Das „examen-concours“ wird unter Berücksichtigung pädagogischer und didaktischer Ansätze reformiert und das bisherige obligatorische Weiterbildungspensum für Lehrer von acht Stunden jährlich soll außerdem ausgebaut werden.
Gewissermaßen als das zweite Standbein der Schulentwicklung zu verstehen ist die Autonomie, die es den schulischen Einrichtungen erlauben soll, mit pädagogischen Konzepten stärker der Heterogenität der Schüler und ihres Hintergrunds zu begegnen. Zu diesem Zweck soll auch das Angebot in den Schulen erweitert werden, zum Beispiel mehr frankofone und anglofone Sekundarschulgänge.
Schulprogramme und individuellere Betreuung
Eine leistungsfähige und zeitgemäße Schule setze auch leistungsfähige und zeitgemäße Programme und Material voraus, sagte Meisch weiter. Einerseits sollen im zukünftigen nationalen Programmrat auch Akteure aus der Zivilgesellschaft, zum Beispiel aus der Wirtschaft oder der Kultur zu Wort kommen. Das entsprechende Konzept werde im Lauf des nächsten Jahres ausgearbeitet. Darüber hinaus wird es auch Programmkommissionen für die Grundschule geben. Auch hier gilt als möglicher Umsetzungstermin die Rentrée im kommenden Jahr.
Eine weitere Priorität ist eine bessere, individuellere Schülerbetreuung. Dabei könnten bestehende Modelle überdacht oder als Grundlage verwendet werden. Im „Fondamental“ könne man die Frage aufwerfen, ob der „appui pédagogique“ in allen Fällen den Ansprüchen gerecht werde oder anders organisiert werden könne. Im Sekundarschulwesen sollen Tutorat und Orientierung gefördert werden, wobei auch hier auf Bestehendes aufgebaut werden könne. Zur Sekundarschulreform sagte Meisch indes, dass man auf das Gutachten des Staatsrats warte, mit dem im Herbst gerechnet wird. Auf der Grundlage des Gutachtens sowie den Stellungnahmen der verschiedenen Bildungsakteure soll der Text dann überarbeitet werden.
Frühere Sprachförderung
Eine zentrale bildungspolitische Achse der kommenden Jahre ist die Sprachförderung bzw. der Sprachenunterricht. Einerseits brauche man einen „natürlicheren Umgang“ mit den Sprachen, andererseits müsse man früher mit der Sprachförderung anfangen. Zusammen mit der Universität Luxemburg werden hierzu Konzepte und Analysen durchgeführt.


