LUXEMBURG
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23 Fragen an Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Fernand Etgen

Für unsere diesjährige Sommerserie ließen wir einer Reihe von Politikern eine Reihe von Fragen per Mail zukommen, von denen einige politisch, andere eher privater Natur sind. Heute antwortet Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Fernand Etgen (DP).

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Kammersession?

FERNAND ETGEN Aus meiner Sicht ganz klar das Agrargesetz, dessen Umsetzung ohne Probleme angelaufen ist. Ganz besonders hat mich aber die Tatsache gefreut, dass insgesamt 22 junge Leute sich entschieden haben, in den Beruf einzusteigen. Darum ist auch die Unterstützung der Jungbauern ein besonders wichtiger Akzent in diesem Gesetz, schließlich stellen sie die Zukunft der Landwirtschaft dar.

Global gesehen finde ich es extrem wichtig, dass das Vertrauen in Luxemburg in Europa gestärkt wurde (AAA+). Genauso bedeutsam ist für mich die Tatsache, dass durch unsere Reformen die luxemburgische Bevölkerung wieder Vertrauen in die Politik gewonnen hat.

Wie bewerten Sie die bisherige Arbeit dieser Koalition, die nun ihr letztes Jahr in Angriff nimmt?

ETGEN Finanz- und wirtschaftspolitisch gesehen war Luxemburg im letzen Jahrzehnt nicht mehr so fit wie heute. Außerdem hat diese Koalition wichtige Gesellschaftsreformen vorangetrieben, die noch lange Bestand haben werden.

Welches Projekt muss aus ihrer Sicht noch unbedingt in dieser Legislatur verabschiedet werden?

ETGEN Spontan denke ich da an das Wohl der Tiere und an mein eigenes Wohl: Als Feinschmecker freut es mich, dass wir ein Maßnahmenpaket auf den Instanzenweg gebracht haben, das die Luxemburger Qualitätsprodukte maßgebend in den Vordergrund rücken wird, nicht zuletzt auch in den öffentlichen Kantinen. Als Landwirtschaftsminister bin ich stolz darauf, dass wir Ende des Jahres ein neues Gesetz für das Tierwohl verabschieden werden, eines der modernsten in Europa, das nicht nur die Rechte, sondern auch die Würde der Tiere anerkennt.

Welches sind Ihre persönlichen Prioritäten für die Rentrée?

ETGEN Trotz des vielen guten Essens aus luxemburgischer Produktion gesund und munter zu bleiben und ein wenig Zeit zu haben, um mit dem Hund spazieren zu gehen.

Spielen die Kommunalwahlen für Sie eine Rolle?

ETGEN Insgesamt war ich siebenmal Kandidat bei Kommunalwahlen, daher kann ich als langjähriger Bürgermeister von Feulen bestätigen, dass die kommunale Ebene eine ganz wichtige Plattform ist, wo man viel Konkretes umsetzen kann, nicht zuletzt auch, was den ländlichen Raum betrifft.

Welche Koalition würden Sie sich für nach den Parlamentswahlen von 2018 wünschen?

ETGEN Mit der Koalition ist es so wie mit meiner Ehe, ich hatte bislang nur eine, und habe daher keine Vergleichsmöglichkeiten.

Welches Ministeramt würde Sie am meisten reizen?

ETGEN Die Bauern machen ihren Beruf mit Leidenschaft und Herzblut, mir geht es im Amt als Landwirtschaftsminister genauso.

Was war der Auslöser, warum Sie in die Politik eingestiegen sind?

ETGEN In der Aufbruchsstimmung der sozialliberalen Koalition in den siebziger Jahren wurde man ganz einfach beflügelt, mitzumachen.

Macht EU-Kommissionspräsident Juncker eine gute Arbeit?

ETGEN Jean-Claude Juncker ist ein 100-Prozent-Europäer. Bei seinem vorbildlichen Engagement dürfen die Luxemburger Interessen jedoch nicht zu kurz kommen.

Was halten Sie vom (nicht mehr ganz so) neuen US-Präsidenten?

ETGEN Aufgrund seiner Politik würde ich mir wünschen, dass wir ihn schon zu den „has been“ zählen könnten.

Sind Sie in den sozialen Medien aktiv, und was halten Sie von Facebook & Co.?

ETGEN Ich liebe Facebook, mit „&Co.“ habe ich nichts am Hut.

Was würden Sie machen, wenn Sie drei Wünsche frei hätten?

ETGEN Zuerst würde ich mir den ersten Wunsch erfüllen…alles schön der Reihe nach!

Was würden Sie ändern, wenn
Sie der reichste Mann/Frau der Welt wären?

ETGEN Nicht nur an die Ärmsten der Armen denken, sondern auch etwas für sie tun.

Wohin fahren Sie in den Urlaub, und warum?

Etgen Same procedure as every year: An die belgische Küste, weil man dort die nötige Ruhe und gutes Essen findet.

Was haben Sie sich in sportlicher Hinsicht für den Urlaub vorgenommen?

ETGEN Am Meer spazieren gehen und Radfahren.

Welche Bücher planen Sie, im Urlaub zu lesen?

ETGEN Momentan lese ich „Altered Genes, twisted truth“ von Steven M. Druker. Ansonsten lese ich zur Entspannung sehr gerne Zeitungen, darunter meine Lieblingsrubrik „Opgepikt“.

Ihr Hauptcharakterzug?

ETGEN Probleme mit Humor entschärfen.

Ihr größter Fehler?

ETGEN Genau dieselben wie letztes Jahr: Ungeduldig, rastlos, angespannt sein.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

ETGEN Mit Menschen zusammen sein.

Ihr Leibgericht?

ETGEN Authentische regionale Produkte, dazu auserwählte Moselweine.

Was schätzen Sie am meisten an sich?

ETGEN Gerne tun, was man tun muss.

Was hassen Sie am meisten an sich?

ETGEN Meinen Bauch.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

ETGEN Vollgepackt mit Tatendrang sowie innovativen und gewagten Ideen.