MONDORF-LES-BAINS
CLAUDE KARGER

Casino 2000-Generaldirektor Guido Berghmans über die Herausforderungen seiner Branche und künftige Investitionen

Guido Berghmans ist vor 35 Jahren zum Casino 2000 gestoßen und seit 2002 Direktor. „Ich könnte schon in Rente sein, aber bin jeden Tag aufs Neue motiviert, das Casino fit zu machen für die Zukunft“, meint er lächelnd. Aber was braucht es, das Unternehmen, das rund 210 Mitarbeiter beschäftigt und rund 40 Millionen Euro Umsatz mit dem Glücksspiel macht sowie sieben Millionen mit Events und Gastronomie, fit zu halten? Darüber haben wir mit Berghmans gesprochen, der übrigens als Vizepräsident der „European Casino Association“ zuständig für die technologische Entwicklung im Geschäft ist.

Herr Berghmans, wie viele Sorgen bereitet Ihnen die Glücksspielkonkurrenz im Internet?

Guido Berghmans Zwei Zahlen zur Orientierung: Die Casinos in Europa machen acht Milliarden Euro Umsatz, das Online-Glückspiel 26 Milliarden und das wird sich in den nächsten Jahren noch verdoppeln. Denn es ist eine Spieler-Generation herangewachsen, für die es selbstverständlicher ist, im Netz zu spielen, als sich dafür in ein Casino zu begeben. Natürlich birgt das Online-Glückspiel aber eine Menge Risiken. Die Jackpots mögen größer sein, aber das Online-Glückspiel ist weit weniger reglementiert. Man landet da schnell in den Krallen einer Spiele-Mafia.

Wie reagiert Casino 2000 auf die Wünsche dieser neuen Spieler-Generation?

Berghmans Indem wir erstens neue Spiele anbieten, neue digitale Möglichkeiten. Die Zeit der „old black boxes“, wie die Spielautomaten der ersten Generationen manchmal genannt wurden, ist vorbei. Wir haben neues Material angeschafft und wenn wir schon von neuen Technologien sprechen, dann kommt bald auch die „Virtual Reality“ ins Spiel. Zweitens muss das Casino immer mehr zum Erlebniszentrum werden, in dem eine ganze Reihe von Unterhaltungsangeboten zu finden ist, so dass man dort mit Freunden einen abwechslungsreichen Abend verbringen kann.

Welche Art von Abwechslung wünscht sich die junge Klientel denn?

Berghmans Sie kommt meist in Gruppen und vorrangig samstags so gegen 22.00, vielleicht auch schon etwas früher, um sich eins unserer Spektakel anzusehen. Dann will diese Kundschaft etwas Gutes essen, vielleicht etwas spielen und den restlichen Abend zusammen in einem attraktiven Ambiente verbringen. Bislang hatten wir keinen richtigen Platz für diese Kundschaft, das hat sich aber mit unserer neuen „Purple Lounge“ geändert. Sie ist ein wichtiger Faktor, um das Casino 2000 zum „In“-Platz in der Region zu machen. Die Leute müssen sich sagen: da ist noch bis drei, vier Uhr morgens was los im Casino, da gehen wir hin.

Wir haben zudem eine Snack-Bar in der Spielhalle eröffnet, wo sich die Kunden ganz locker bedienen können und auch ganz spezielle Getränke und Gerichte im Angebot sind. Wir haben das am vergangenen Samstag zum ersten Mal getestet und sind auf die Auswertung gespannt.

Wer berät Sie eigentlich bei diesen Umgestaltungen?

Berghmans Wir arbeiten mit Innenarchitekten zusammen, aber viele Impulse kommen aus den eigenen Reihen. Unsere Mitarbeiter sind sehr nahe an den Kunden dran und kennen deren Wünsche. Wir haben deshalb die NewGen-Gruppe gegründet, in die kreative Mitarbeiter ihre Ideen einbringen können. Das ist ein wichtiges Instrument, um uns an die Kundschaft von morgen anpassen zu können.

Wie anders wird sie sein?

Berghmans Wir haben vorhin bereits über das Interesse für neue Technologien gesprochen. Das wird zunehmen und da müssen wir überraschen können. Auch unsere Events sowie unsere Gastronomie passen wir an eine jüngere Klientel an. Wie Sie wissen, wird sich auch direkt um das Casino 2000 herum vieles ändern in den kommenden Jahren. Mondorf ist eine sehr dynamische Gemeinde die wächst. Es kommen neue Schulen und ein Velodrom, während das „Domaine Thermal“ viel investiert, um sich neu zu positionieren. Die Kunden des Thermalbetriebs sind oft auch unsere Kunden und umgekehrt. Wir müssen alle diese Dynamiken in unserer Entwicklung berücksichtigen.

Was wird in den kommenden Jahren das größte Projekt im Casino 2000 sein?

Berghmans Im Casino wurde vor Jahren ein Kino angelegt, das aber nie richtig in Betrieb genommen wurde. Aus dieser Fläche von 450 Quadratmetern, die wir momentan als Reserveflächen nutzen, möchten wir ein Areal mit einer speziellen Club-Atmosphäre machen. Hier soll es verschiedene Musikrichtungen geben, aber auch Orte, wo man sich mal zurückziehen kann. Für dieses Projekt haben wir rund zwei Millionen Euro eingeplant. Es gibt aber laufend kleinere Renovierungen am Hotel und Änderungen am Spieleangebot. In drei bis vier Jahren werden wir mit den Renovierungsarbeiten durch sein. Dann will der nächste Anpassungszyklus schon geplant sein.