WINDHOF
CORDELIA CHATON

Das Unternehmen Streff hat 90 Jahre gefeiert - und ist noch immer in Familienhand

Das Umzugsunternehmen Streff

90 Jahre bewegte Geschichte

Gegründet wurde Streff 1928 durch Albert Streff in Luxemburg. 1970 übernahm Albert Chorus das Unternehmen. 1973 zog es an den neuen Sitz in Strassen. 1991 erfolgte die Gründung von Security Storage und der Bau eines ersten Lagers in Windhof. Drei Jahre später entsteht ein Containerlager. Ab 1995 wird Windhof das erste Container-Archivlager und erhält einen ersten Aktenschredder zur Vernichtung von 350 kg/Std. 2013 wird die vierte Schredderanlage mit einer Kapazität von 7.000kg/Stunde installiert. 2005 wird es als „Professionnel du Secteur Financier“ durch das Finanzministerium nach Prüfung durch die Finanzplatzaufsichtsbehörde CSSF akkreditiert. 
2015 entsteht ein neues spezifisch für die sichere Containerlagerung entwickeltes Gebäude in Windhof für Datenschutz, und aus „Streff Transports Déménagements Internationaux sàrl“ wird „Streff Data Protection Services (PSF) Sàrl“.

Wie schwer Kartons sein können, weiß Stefan Chorus nur zu gut. Der Direktor bei Streff Data Protection Services hat in seinen jungen Jahren nicht nur in Deutschland und Luxemburg bei Umzugsunternehmen gearbeitet, sondern auch in Frankreich und Südafrika. Aber Chorus kümmert sich heute vor allem um den Bereich Datenschutz und Aktenträgervernichtung. Denn in 90 Jahren hat sich das Familienunternehmen sehr verändert.

Streff ist eines jener Unternehmen, die zu Luxemburg gehören. In 90 Jahren ist die Firma, die in Strassen ihre Niederlassung für Umzüge hat, durch Höhen und Tiefen gegangen, hat sich immer wieder neu orientiert und die Familie hat so manchen Schicksalsschlag abgefangen, wie Chorus im Rückblick erzählt. Doch das grüne Logo steht nach wie vor für Zuverlässigkeit und Tradition.

Übernahme aus Trier

Das Unternehmen wurde 1928 von Albert Streff in Luxemburg als Umzugsunternehmen gegründet. Er führte es bis 1970. Seine einzige Tochter wollte das Unternehmen nicht übernehmen. „Damals gab es nur wenig international tätige Umzugsunternehmen und mein Vater war interessiert an einer Übernahme“, erinnert sich der 57-jährige Stefan Chorus. Sein Vater Albert war Inhaber und Geschäftsführer des Trierer Umzugsunternehmens Chorus, ebenfalls ein Familientraditionsbetrieb, der bis 1885 zurück reicht. Streff ging an den Trierer Unternehmer, behielt aber den Namen und bekam die neue Identität mit dem grünen Schriftzug. Als der Käufer 1982 einen Schlaganfall erlitt, führte seine Frau Christa die Geschäfte weiter. „Das war alles andere als einfach, weil es Niederlassungen in Daun, Koblenz, Mainz und Trier gab“, erinnert sich Stefan Chorus an die Schwierigkeiten. Noch dazu pflegte seine Mutter ihren Mann. Schließlich einigte sich der Familienrat bestehend aus den Eltern und den vier Söhnen Michael, Max, Stefan und Albert darauf, dass Michael, der Älteste, die Geschäfte in Trier führen sollte. „Tragischerweise starb er 1996 im Alter von nur 38 Jahren“, bedauert Stefan Chorus. Inzwischen ist die Firma Chorus in Trier nicht mehr aktiv. 

Heute führen die Brüder Max und Stefan Chorus die Geschäfte in Luxembourg, unterstützt von ihrem Bruder Albert, der für die IT zuständig ist. Zu tun gibt es genug, denn Streff ist nicht nur im Umzugsbereich aktiv, sondern hat auch das Statut als PSF und zerstört auf Wunsch für Kunden Datenträger aller Art in verschiedenen, teilweise selbst entwickelten Maschinen.

110 Mitarbeiter

Darüber hinaus bietet Streff in Windhof die sichere Lagerung von Datenträgern aller Art an. Von den heute 110 Mitarbeitern der Streff-Gruppe arbeiten rund 30 im Bereich „Data Protection“ in Windhof, die anderen in Strassen. Dort gibt es auch einen großen Fuhrpark mit Lkw, Anhängern, Außenaufzügen und natürlich Dienstfahrzeugen für die Kundenberater. „Es ist immer viel sinnvoller, zu den Kunden zu fahren und das Volumen eines Umzugs professionell einzuschätzen, denn ein Abschluss am Telefon kann riskant sein“, sagt Stefan Chorus.

Das Umzugsgeschäft hat sich verändert und ist heute viel internationaler, berichtet er. „Wir machen Umzüge europaweit per LKW und international Per See- oder Luftfracht. Das läuft dann über zertifizierte Agenten, mit denen wir zusammen arbeiten, die in aller Regel denselben Qualitätsstandard haben.“ Da es in Luxemburg viele international tätige Konzerne gibt, deren Expats alle drei bis fünf Jahre wechseln, hat Streff reichlich zu tun. 

Zeit fürs Feiern bleibt trotzdem. Zur 90-Jahr-Feier ehrte das Unternehmen seine Mitarbeiter und lud alle ins Kinepolis ein. „Unser Jubiläum fiel mit der Premiere des Superjhemp-Films zusammen. Als Sponsor der Filmproduktion haben wir durch Lagerung, und Transporte die Produktions-Logistik unterstützt. Zudem tauchen wir im Film als Firma „Stress“ mit unserem entsprechend angepassten Logo auf LKW und Kartons auf. Die Premiere war auf jeden Fall eine Gaudi für alle“, erinnert sich Chorus. „Das kam bei Mitarbeitern und Kunden sehr gut an und wurde natürlich auch von leiblichen Genüssen für die knapp 400 Gäste begleitet.“ Im Unternehmen ist man besonders stolz auf die zahlreichen Mitarbeiter, die zehn, zwanzig oder noch mehr Jahre im Unternehmen tätig sind.

Viel entwickelt und neu auf den Markt gebracht

Auch der Nachwuchs tritt schon an, denn Streff bleibt in Familienhand. Stefan Chorus selbst hat fünf Kinder. Zwei davon, Max (29) und Laura (28), sind bereits bei Streff tätig. Sein Sohn hat nach dem Studium schon erste Erfahrungen in Südafrika gesammelt, im gleichen Unternehmen, in dem der Vater vor vielen Jahren war. Aber auch in Ecuador hat er bei einem Partnerunternehmen gearbeitet. „Meine Tochter ist erst seit einigen Wochen im Unternehmen und arbeitet im Bereich Data Protection“, erzählt Stefan Chorus. Seine Kinder wollten kommen. „Zwingen kann ich niemanden. Aber es ist ein sehr abwechslungsreicher Job“, findet Chorus. „Wir haben viel entwickelt und neu auf den Markt gebracht. Das bringt Erfolg.“ Vor allem das „Data Protection“-Geschäft wächst im zweistelligen Bereich. Die Zukunft von Streff sieht vorläufig also gut aus.

Stefan Chorus ist auch ehrenamtlich aktiv, vor allem beim Lions Club, wo er seit 20 Jahren verschiedene Aufgaben übernimmt. Zurzeit ist er der amtierende Gouverneur des Lions Distriktes 113 Luxembourg. So sind seine Tage, die meist früh anfangen, gut gefüllt. Wann er aufhören will? „Solange ich einen sinnvollen Beitrag zur positiven Entwicklung der Unternehmung bringen kann, werde ich das tun. Dann ist die nächste Generation in der Verantwortung. Schließlich ist Streff ein Traditionsbetrieb aus Luxemburg. Und das soll auch so bleiben.“