LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Urteil im Prozess um den räuberischen Überfall im Privathaus des Europaabgeordneten Charles Goerens

Wegen räuberischen Einbruchs und Diebstahls an dem EU-Politiker Charles Goerens (DP) und an dessen Ehefrau hat die Kriminalkammer des Bezirksgerichts Diekirch am Donnerstag den 22-jährigen Vinko J. zu einer Haftstrafe von zehn Jahren ohne Bewährung verurteilt. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Diekirch hatte eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Am 9. September 2018 hatten zwei maskierte Männer gegen 3.00 das Ehepaar Goerens in ihrem Haus überfallen und mit Waffen bedroht. Die Täter hatten außerdem gedroht, sie zu fesseln, wenn sie die beiden Safes nicht aufmachen würden. Gefasst hatte Charles Goerens die Safes geöffnet – die allerdings leer waren. Danach nahm der mutmaßliche Räuber J. die Autoschlüssel an sich, stahl zwei Kreditkarten sowie das Auto der Familie und fuhr nach Colmar-Berg. Dort hob er am Bankomaten der Sparkasse mit den zwei Kreditkarten 1.000 Euro ab. Dann fuhr er zurück und übergab seinem Komplizen im Haus das Geld. Der Komplize soll ihm dann gesagt haben, er soll zehn Minuten warten, er würde sein Auto holen. Während J. im Hause Goerens auf seinen Komplizen wartete, ließ dieser ihn gutgläubig dort zurück und verschwand mit dem Geld. Wer der zweite Täter ist, ist der Presse noch nicht bekannt. Es soll sich um einen Rumänen handeln, laut Verteidigung soll der „Rumäne“ der Anstifter der Tat gewesen sein. Der Verurteilte konnte oder wollte aber der Polizei den Namen des zweiten Mittäters nicht nennen. Die Kriminaltechniker hatten am Tatort DNA-Spuren der Täter gesichert. Ob die Ermittler dem zweiten Täter auf der Spur sind?