LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Claudio Valentino Sorgo textet und gestaltet mit „Roi de la félicité“ eigene Mangareihe

Die Tage von Claudio Valentino Sorgo sind ausgelastet: Er arbeitet bei einer Fondsgesellschaft und setzt sich vor oder nach der Arbeit auch noch an den heimischen Zeichentisch. „Manchmal stehe ich eher auf oder zeichne auch in der Nacht“, sagt der 28-Jährige aus Belval.

Schließlich soll sein neuer und dritter Mangaband von „Roi de la félicité“ im Oktober erscheinen. Vom ursprünglichen Plan einer Trilogie ist Sorgo inzwischen abgewichen, die Geschichte soll über mehrere Bände mit jeweils 80 Seiten erzählt werden: Als längere Serie soll sie zwischen zehn und zwölf Bände umfassen.

„Der zweite Band ist im November erschienen, für den hatte ich wegen neuer Charaktere mehr Zeit gebraucht“, erzählt Sorgo. Der dritte Band geht ihm jetzt schneller von der Hand, weil die Geschichte der Charaktere weiter erzählt wird. Im dritten Band sollen die Leser mehr über die Hauptfigur erfahren, zudem verspricht Sorgo eine Überraschung. „Es wird zudem der erste Höhepunkt der Geschichte stattfinden.“ Schließlich rechnet er mit einem Erscheinungsrhythmus von etwa fünf Monaten.

Wendungsreiches Storytelling

Sorgo geht wie viele andere Mangaka auch als Autodidakt zu Werke. „Ich habe viele Mangas gelesen, Mangas im Fernsehen geschaut und schließlich Anleitungen aus dem Internet zu Rate gezogen.“

Eine spezielle Ausbildung hat er dafür nicht, die Fortschritte stellen sich auch so ein. „Beim zweiten und mehr noch beim dritten Band habe ich einen Fortschritt beim Stil bemerkt.“ Zudem zeichnet er jetzt mit Tusche. Mit seinen Mangas hat er sich einen Traum erfüllt und ist vom Leser, ja vom Mangaverschlinger, zum Hobby-Mangaka, zum Mangazeichner- und texter, geworden.

„Ich bin Fan seitdem ich klein war, mit zwölf entdeckte ich dann, dass das Mangas aus Japan waren“, erinnert sich Sorgo. Er liebt vor allem das Storytelling, „das sich sehr vom westlichen Storytelling unterscheidet“, aber auch den Humor und die Kampfszenen.

„Die Mangacharaktere haben mehr Tiefgang und die Entwicklung der Handlung ist komplexer und wendungsreicher“, schwärmt Sorgo weiter. Das Format mehrerer Episoden tue dann ein Übriges, um die Leser in das erschaffene Universum zu ziehen.

Mehr Aufmerksamkeit in Deutschland

Bei seinem Manga kommen vor allem Abenteuerfans auf ihre Kosten: „Es ist sehr fantasievoll, voller Details, es gibt aber auch viele humorvolle Szenen“, erzählt Sorgo. Schließlich ist der Humor ein Schlüsselelement der Mangas. Dazu soll es im dritten Band noch actionreicher zugehen, denn die Kontrahenten werden sich in Kämpfen gegenüberstehen.

Damit ist der dritte Band aber auch für Sorgo selbst anspruchsvoller geworden. „Kampfszenen sind komplizierter zu gestalten, die Bewegungen und Posen sind schwieriger.“ Andererseits nimmt eine Kampfszene schnell mehrere Seiten ein, womit die Gestaltung am Ende auch schneller gehen kann.

Seine auf Französisch getexteten Werke veröffentlicht er in dem Hamburger Verlag tredition. Mit dem Marketing und dem Kundenkontakt des Verlags ist Sorgo sehr zufrieden. Die Arbeit deutscher Mangaka hatte er bereits vorher aus Interesse verfolgt. „In Deutschland bekommen Mangas viel Aufmerksamkeit, in Frankreich ist man eher auf die eigenen BDs konzentriert.“ Am Ende verkauft er aber mehr Bände in Luxemburg, wo er auch in der Szene aktiv ist.

An diesem Wochenende wird Sorgo auch mit einem Stand und Mangakursen auf der LuxCon dabei sein, im Juni stellt er seine BDs dann auf dem Festival der BD in Contern vor, im November folgt der „Salon des Livres“ in Walferdingen.