LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Aus dem Leben vom Maler Egon Schiele

Die luxemburgische Filmproduktionsfirma „Amour Fou“, mit ihren zwei Produzenten Bady Minck und Alexander Dumreicher-Ivanceanu, haben zusammen mit der österreichischen Gesellschaft Novotny & Novotny den Film „Egon Schiele: Tod und Mädchen“ produziert, der auf dem Buch „Tod und Mädchen: Egon Schiele und die Frauen“ von Hilde Berger basiert, die auch das Drehbuch schrieb. Regie führt Dieter Berner, der durch etliche TV-Serien bekannt wurde. Der Film erzählt die Schaffensphase vom österreichischen Maler Egon Schiele von 1906 bis zu seinem Tod 1918.

Frauen über Frauen

Der Film beginnt 1918, als Schiele (Noah Saavedra) schwer krank ist und von seiner Schwester Gerti (Maresi Riegner) gepflegt wird, während seine Frau Edith Harms (Marie Jung) bereits gestorben ist. In Rückblenden wird das Leben des Künstlers erzählt. Speziell die Frauen, die für ihn meist nackt posierten, stehen im Mittelpunkt. Zuerst ist es seine Schwester, die er ebenfalls hüllenlos malt. In Wien begegnet er Moa (Larissa Breidbach), ehe er in Wally Neuzil (Valerie Pachner) seine große Muse entdeckt. Obwohl er in diese aufgeschlossene Frau verliebt ist, heiratet er die wohlhabende Edith, um so während seiner Militärzeit in Prag malen zu können. Er hat auch eine Relation zu Ediths Schwester Adele (Elisabeth Umlauft).

Spezielle Affären

Am Anfang tut sich der Film schwer, beim Zuschauer Interesse zu erwecken. Erst als man sich an das Spiel mit den Rückblenden gewöhnt hat und die Figuren definiert sind, interessiert die Geschichte des von Frauen besessenen Malers. Besonders die Relation zwischen Schiele und Wally gefällt. Leider sind beide in Sachen Liebe nicht ehrlich zueinander, und Schiele trennt sich von ihr, weil sie einen Eintrag in sein Notizbuch gemacht hat, sich nie in jemanden verlieben wird, und weil Edith die Trennung verlangt, ehe geheiratet wird. Der Untertitel des Films „Tod und Mädchen“ bezieht sich auf ein Bild, das Schiele und Wally zeigt, und ursprünglich „Mann und Mädchen“ hieß.

Noah Saavedra begnügt sich fast nur, gut auszusehen. In seiner Art und seinen Blicken fehlt die Passion eines Malers, der seiner Kunst hörig und besessen nach hübschen Modellen war. Valerie Pachner dagegen überzeugt in allen Belangen, sowohl als Modell und liebende Frau, wie als enttäuschte Lebenspartnerin nach Schieles Ehe mit Edith. Maresi Riegner als verspielte Schwester kann ebenfalls in ihrer unbeschwerten Art gefallen. Marie Jung, die Tochter von André, der die Rolle eines Richters spielt, mimt gekonnt die scheue Edith, die heimlich in Schiele verknallt ist, und eher aus Zufall zu seiner Frau wird. Weitere Luxemburger im Film sind Luc Feit, Max Thommes, Josiane Peiffer, Al Ginter, Steve Karier, Germain Wagner, Frédéric Frenay, Nicolas Neuhold, Raoul Albonetti und Nickel Bösenberg.