LUXEMBURG
INGO ZWANK

Umweltkontrollen in Luxemburg: „Zusammen und konsequent für bessere Lebensqualität“

Die Bürger sind aufmerksamer geworden, wenn es um die Umwelt und die Natur geht“: Jeden Tag werden Genehmigungen und Papiere ausgestellt, die einen Eingriff in die Natur und die Umwelt und damit auch in die Lebensqualität haben - fast 6.000 in den unterschiedlichsten Bereichen im Jahr. Baugenehmigungen in den verschiedensten Bereichen, vom Stall für Tierhaltung bis hin zu großen Industrieanlagen. Mit Eingriffen in die Natur, Umwelt und auch den Wasserhaushalt des Landes. Damit sich die Antragsteller, die Bauherren auch an die Vorgaben halten, müssen die Umsetzungen entsprechend kontrolliert, aber auch Reklamationen der Bürger nachgegangen werden: Wasser-, Luft-
und Bodenverschmutzungen oder Lärmbelästigung sind nur einige der Meldungen. Umweltministerin Carole Dieschbourg und Staatssekretär Camille Gira präsentierten so gestern die Bilanz von Umwelt-, Natur- und Forstverwaltung sowie der Wasserverwaltung der im Jahr 2017 durchgeführten Kontrollaktionen.

Dieschbourg präzisierte, dass mittlerweile jede Abteilung eine entsprechende Einheit habe, die mit dieser Kontrollaufgabe betraut sei - die Umweltverwaltung seit Januar 2017, die Wasserverwaltung seit 2016, „die Forst- und Naturverwaltung bereits seit 2002“, wie Dieschbourg präzisierte.

Auf Lösungen im Interesse aller aus

Im Jahr 2017 wurden der Wasserschutzbehörde insgesamt 101 Meldungen eingereicht. Darunter waren Milch- oder auch Ölfilme im Wasser (39 Fälle). In acht Fällen konnte die Verschmutzung nicht genau definiert werden. „Auch wenn man denkt, Milch ist doch ein Lebensmittel, so ist dies für die Fische und die Sauerstoffversorgung sehr schlimm“, sagte Dieschbourg. 13 Fälle betrafen die Einleitung von Schmutzwasser. „Dabei werden die Mitarbeiter entsprechend und ständig geschult“, präzisierte die Ministerin. Bei der Natur- und Forstverwaltung fallen vor allem Kontrollen bezüglich Bauen in Grünzonen oder auch Aktionen in oder am Rande von Biotopen an.

Wobei Dieschbourg betonte, dass die drei Behörden gut und ständig zusammenarbeiten - und nicht sofort mit Anzeigen und ähnlichem kommen, sondern „Lösungen im Interesse aller“ suchen würden, wie Gira betonte. So gab es 130 Interventionen bei der Umwelt-, 490 bei der Natur- und Forstverwaltung (dies ohne den Bereich Jagd) sowie 101 Inspektionen und 101 Interventionen der Wasserverwaltung.

Gira präsentierte Beispiele, wo es eine Zusammenarbeit der Verwaltungen gab und die die Arbeit vor Ort entsprechend bestätigten. Im Sommer 2016 kam es zu einem Problem auf der Aire de Berchem: „‚AdBlue‘ lief bei Shell aus. Im Wasser nimmt es den Sauerstoff“, sagte Gira. Es wurden Sofortmaßnahmen angeordnet, „unter anderem die Vorgabe, dass eine mobile Kläranlage gebaut werden muss.“

Abgeschlossen sei das Dossier noch nicht. „Aber da sich die Flüssigkeit über die ganze Fläche der LKW-Stellplätze ausgebreitet hat, kommt immer noch eine geringe Menge mit dem Regenwasser ins Wasser.“ Im Dossier „Goodyear“ (April 2016) wurde ebenfalls Druck aufgebaut. „Es war die ‚oil tank farm‘, die für Probleme sorgte“, sagte Gira, der hier „erschreckende (Zustands-)Bilder“ gesehen hat. „Schlussendlich nahm das Unternehmen zwei Millionen Euro in die Hand, um eine neue Tank-Farm zu errichten, die mittlerweile auch in Betrieb ist.“

Müllkippen unter der Lupe

In der Zone „Um Monkeler“, die über zwei Gemeinden verteilt ist, kam es vor, „dass die rechte Hand nicht wusste, was die linke machte“, sagte Gira. Es sei eine problematische Zone gewesen, „so dass wir die 30 Unternehmen komplett untersucht haben.“ Dabei wurde festgestellt, dass vier Unternehmen hier still und heimlich ihren Betrieb hochgezogen haben und damit auch Genehmigungen umgangen haben. „Hier waren wir soweit, dass wir die Betriebe schließen wollten, wenn es nicht zu einem Einlenken gekommen wäre.“ Heute könne man sagen, dass alle Betriebe in dieser Industriezone im „grünen Bereich agieren“ würden.

Auch in einem anderem Bereich waren die Verwaltungen sehr aktiv: „Die ehemaligen 617 Müllkippen, die sogenannten Haushaltsdeponien, im Land wurden untersucht. Die Mehrzahl der Deponien ist okay, bei 18 ist aber Handlungsbedarf“, sagte Gira. Diese Gemeinden würden aktuell kontaktiert, damit auch diese den Umweltkriterien konform hergerichtet werden.

Zur Lichtverschmutzung

Was die sogenannte Lichtverschmutzung anbelangt, so erklärte Gira, dass man unter anderem mit Arbeitsgruppen einen diesbezüglichen Leitfaden ausgearbeitet habe, dies auf interministerieller Basis.

Natürlich müssen diese Abteilungen ab und an auch auf Polizei und Zoll zurückgreifen, darf die Umweltverwaltung beispielsweise Abfalltransporte kontrollieren, die LKW aber nicht anhalten.

„Wir verfolgen die Vorkommnisse genau. Der Kleine wird genauso behandelt wie der Große, wir gehen auch der kleinsten Sache nach“, sagte die Ministerin - eben zur Verbesserung der Lebensqualität für alle im Land.


Anzeigen kann man übrigens ab jetzt über

www.guichet.lu/plainte-aev (Umwelt),

www.guichte.lu/plainte-age (Wasser)

und www.guichet.lu/plainte-anf (Natur)