LUXEMBURG
LIZ MIKOS

TUYS feiern am Samstag die Veröffentlichung ihres ersten Longplayers in der „Rockhal“

Als sie zehn waren, spielten sie während den Schulpausen noch mit Holzstöcken statt Instrumenten und träumten davon, eine Band zu gründen. Heute ist dieser Traum längst Realität geworden; die Jungs von TUYS musizieren bereits seit mehr als zehn Jahren zusammen, sind mittlerweile durch das Berliner Label „Revolver“ vertreten und präsentieren an diesem Samstag, nach zwei EPs, ihr erstes Album „Swimming Youth“ in der „Rockhal“. Anschließend geht es auf die bisher größte und längste Deutschland Tour. Tun Biever, Gitarrist der vierköpfigen Band, hat verraten, worauf die Leute sich besonders freuen können.

Ihr habt zum ersten Mal Songs im Ausland aufgenommen. Inwiefern verändert das den Arbeitsprozess?

TUN BIEVER Ja, wir haben davor immer hier in Luxemburg aufgenommen und dann war es meistens so, dass jeder nach dem Studio-Tag wieder nach Hause gefahren ist. Für das jetzige Album waren wir zwei Wochen in Jan Kerschers Studio in der Gegend von Nürnberg, wo wir uns quasi in der Pampa einsperrten. Wir waren komplett isoliert und waren nur aufs Musikmachen fixiert. Noah Fohl hat hierzu auch ein Making-of gedreht, wo man einen Einblick in unsere Arbeitsatmosphäre bekommt. Auf jeden Fall haben wir in dieser Zeit einfach nur am Album gearbeitet, und das bis spät in die Nacht hinein, was eine unglaublich tolle Erfahrung war.

Ihr habt nicht nur in einem neuen Studio aufgenommen, sondern habt auch euren Sound ein wenig verändert. Wie würdest Du den Sound von „Swimming Youth“ beschreiben?

TUN Unser Hauptziel war es, dass die Platte so klingt, wie wir sie auch live spielen. Uns wurde immer wieder gesagt, dass wir live lauter sind, und genau dieser Teil ist es auch, der uns am meisten Freude bereitet: Die Momente, in denen wir auf der Bühne einfach alles geben und rumspringen können. Genau das sollte dieses Album einfangen. Wir haben dann mit Jan zusammen geschaut, wie wir dies am besten umsetzen können. Wir wollten diesen lauteren, härteren Sound miteinbringen und trotzdem die poppigeren Teile nicht weglassen, das heißt, es ist oft so, dass die Refrains noch diesen poppigen Aspekt von „catchy lines“ haben und die Songs dann gegen Ende etwas ausarten, was live auch ganz cool ist.
Ihr habt TUYS als Kinder in der Grundschule gegründet. Wie beeinflusst eine so lange Freundschaft eure Musik?

TUN Genau, wir sind nicht nur eine Band, sondern Freunde seitdem wir zehn sind. Anfangs waren wir zu dritt und klangen noch sehr poppig. Später kam dann noch Yann dazu. Wir waren 16, haben andere - vielleicht etwas rebellischere - Musik gehört, was unseren Sound natürlich auch beeinflusst hat. Ich würde sagen, dadurch, dass wir uns so gut kennen, wissen wir mittlerweile genau, wie wir miteinander arbeiten und haben gelernt, Kompromisse einzugehen. Bei uns ist es so, dass es nie eine Person gibt, die einen Song schreibt und dann wird dieser aufgenommen. Wir proben und jammen zusammen und wenn einer eine Idee hat, arbeiten wir gemeinsam an dieser Idee, bis daraus ein Lied, ein gemeinsames Projekt entsteht. Wir wissen, wodurch welche Konflikte entstehen, wer was mag oder nicht mag und haben, wie gesagt, gelernt, in diesen Situationen kompromissbereit zu sein, was wirklich Spaß macht und immer wieder neue Ideen bringt.

Ihr geht alle noch zur Schule oder studiert. Wie muss man sich da das Bandleben oder das Proben vorstellen?

TUN Es ist nicht unbedingt ganz einfach, aber es geht. Da ich gerade in Madrid studiere, habe ich jetzt einige Interviews per Telefon gegeben und musste auch einige Male erklären, dass ich halt gerade nicht in Luxemburg bin. Wir wollen studieren, aber setzen auch alles daran, dass die Band weiterhin bestehen bleibt. Wir skypen sehr viel. Das mit dem Proben via Skype klappt zwar nicht, auch wenn viele Leute das glauben, aber auch dafür nehmen wir uns einfach jede freie Minute. Wir haben jetzt beispielsweise eine Live Session im Schwimmbad - passend zu „Swimming Youth“ - rausgebracht, die wir an einem Wochenende aufgenommen haben, an dem ich in Luxemburg war, und haben die Zeit sehr intensiv zum Proben genutzt. Es ist einfach wichtig, dass die Kommunikation funktioniert, und das tut sie.

Um noch einmal auf die Release Party zurückzukommen, worauf können sich die Leute besonders freuen?

TUN Zum einen schon mal auf unsere Freunde von „The Eternal Spirit“ und „The Kooters“. Zum anderen auf eine große Show, mit vielen Specials, einem Cover, einem Featuring und natürlich auf alle Songs vom Album, wovon wir einen tatsächlich zum allerersten Mal live spielen werden. Es ist die größte Halle, in der wir bis jetzt aufgetreten sind, wovor wir auch großen Respekt haben und es wird auch das längste Konzert, das wir jemals gespielt haben. Wir planen noch einige Kleinigkeiten als Überraschung, aber da will ich noch nicht zu viel verraten, weil vieles auch noch „Last Minute“ entschieden wird, aber auf jeden Fall können die Leute sich auf einen tollen und lustigen Abend mit coolen Bands und coolen Leuten freuen. Wir haben natürlich auch unsere Band Merch dabei und passend zum Thema „Swimming Youth“ haben wir sogar Badehosen entworfen. Wir freuen uns auf jeden, der kommt und mit uns feiert.