LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Luca de Michele (24) stellt seinen Traumberuf Make-Up Artist vor

Luca de Michele hat schon so manchen Preis abgeräumt, war im deutschen Fernsehen zusehen, hat Stars geschminkt und ist trotzdem total bodenständig geblieben. Mittlerweile betreibt der 24-jährige sein eigenes Make-Up Studio im 1535° Creative Hub in Differdingen. Er hat eine ganz klare Message, die er den Leuten mit auf den Weg geben will: „Make-Up ist für alle. Ob Mann oder Frau, jeder soll sich frei fühlen Kosmetik-Produkte zu verwenden.“ Er appelliert an mehr Toleranz und Akzeptanz. Im Interview erzählt er, wie er zu seinem Traumberuf gefunden hat, was man sich darunter vorstellen muss und wie es zur eigenen Make-Up Kollektion kam.

Wie kam es dazu, dass du Make-Up Artist geworden bist?

Luca de Michele Für mich hat der Weg eigentlich mit einer dreijährigen Friseurausbildung angefangen. Während dieser Ausbildung entdeckt man die ,Basics‘ des Berufs Make-Up Artist, was mich einfach auf Anhieb fasziniert hat. Deshalb habe ich beschlossen, mich tiefer mit dem Thema zu befassen und die Kunst des Make-Ups auch schulisch noch zu vertiefen.

Dich kennt man auch schon aus der „Make-Up School“ vom deutschen RTL. Kannst Du erklären, wie es dazu kam und wie Du diese Zeit erlebt hast?

Luca Genau, die Make-Up School war eigentlich ein Wettbewerb, der bei Punkt 12 ausgestrahlt wurde. Wir waren insgesamt fünf Kandidaten und jeden Tag fand dann eine Entscheidung statt. Es war eine unglaublich aufregende Zeit und Erfahrung, vor allem, weil ich da noch gar keine Fernseherfahrung hatte. Es war so spannend einfach mal hinter die Kulissen zu sehen, wie so ein Dreh abläuft und wie viel Arbeit dahinter steckt. Ich bin eigentlich nur mit dem Ziel reingegangen, nicht als erster nach Hause fahren zu müssen. Dass ich allerdings zweiter werde, hätte ich nicht erwartet. Eigentlich sollte ja auch nur der Erstplatzierte was gewinnen, aber im Finale wurde dann entschieden, dass auch ich ein Ausbildungsstipendium von 5 Monaten geschenkt bekomme, wofür ich auch heute noch unglaublich dankbar bin.

Du hast dann Deine Ausbildung an der „Famous Face Academy“ gemacht. Wie muss man sich diese Ausbildung vorstellen?

Luca Ich habe dort einfach alles gelernt, was man über das Schminken und Make-Up wissen muss: wie man Hochzeiten schminkt, wie man Make-Up bei Fotoshootings anwendet oder wie man die verschiedenen Hauttypen und Hautfarben richtig schminkt. Ich durfte im Rahmen der Make-Up School ja auch Bühnen Make-Ups für das Musical „Starlight Express“ schminken, was auch eine unglaubliche Erfahrung war. Und natürlich war die Schule auch mein Sprungbrett für große Jobs, wie beispielsweise die Berliner Fashion Week.

Mittlerweile hast du sogar schon Deine eigenen Produkte auf dem Markt. Wie entsteht eine eigene Kollektion?

Luca Hier habe ich an einem Wettbewerb in London zum Thema Zirkus Make-Up teilgenommen. Das Zusammenstellen und Erarbeiten einer eigenen Kollektion war hier der Hauptgewinn. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier als Sieger rausgehen würde, aber ich habe es geschafft und deshalb habe ich die große Ehre meine eigenen Produkte zu kreieren. Ich darf selbst auswählen welche Produkte ich auf den Markt bringe, und bisher habe ich eine Lidschattenpalette, Lippenstifte und Pinsel rausgebracht. Das nächste Produkt wird auch schon sehr bald erscheinen, allerdings will ich, dass es eine Überraschung bleibt. Alles was ich verraten kann: Ich weiß, dass viele Frauen das Haus nicht verlassen, ohne dieses Produkt aufgetragen zu haben.

Was findest Du am schönsten an Deinem Beruf, beziehungsweise, was war Deine schönste Erfahrung bisher?

Luca Das ist eine schwierige Frage, weil ich total in den Beruf verliebt bin. Klar ist es viel Arbeit und man muss sehr flexibel sein, denn große Aufträge kommen immer auf den letzten Drücker rein, aber das was man mitnimmt ist einfach so bereichernd. Wenn ich zum Beispiel eine Braut schminken darf, ist das für mich eine große Ehre, weil ich sie einfach an ihrem schönsten Tag begleiten darf. Umso schwerer fällt es mir dann auch immer, wenn ich ausgebucht bin, und einer Braut absagen muss. Das ist dann auch für mich traurig, weil ich mich einfach schwer damit tue, Leute zu enttäuschen. Aber auch die Make-Up School war eine wundervolle Erfahrung, weil ich einfach so viel lernen durfte, prominente Leute schminken durfte und mir einfach unglaublich viele Türen geöffnet wurden.

Was würdest Du jemandem raten, der sich auch für diese Karriere interessiert?

Luca Das Allerwichtigste ist, dass man seine Schüchternheit so gut wie möglich ablegt und auf den sozialen Netzwerken sehr aktiv ist. Ich habe mittlerweile keine Webseite mehr, weil alle Anfragen über Facebook oder Instagram kommen. Da wollen die Leute auch, dass ich mit ihnen interagiere, wie beispielsweise in den Stories, wo ich Produkte vorstellen kann oder Tipps geben kann. Wenn man einen solchen Beruf ausübt, darf man nicht schüchtern und auch nicht kamerascheu sein.

Mehr im Netz: facebook.com/makeupbyluca94 - Instagram: @iamluca94