LUXEMBURG
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Modernisierung von Dingos soll Einsatzbereitschaft in Zukunft deutlich erhöhen

Das Verteidigungsministerium hat bei der „NATO Support and Procurement Agency“ in Capellen und beim Hersteller der geschützten Aufklärungsfahrzeuge der Armee, besser bekannt unter dem Namen Dingo, eine sogenannte „pre-design“-Studie in Auftrag gegeben. Ziel ist es, im Verlauf des ersten Halbjahres 2019 die Modernisierung des Dingo-Fuhrparks in Auftrag geben zu können. Ab 2023 soll dann über einen Service-Vertrag eine Einsatzbereitschaft von 70 Prozent gewährleistet werden können. Das antwortet Verteidigungsminister Etienne Schneider (LSAP) auf eine parlamentarische Anfrage des adr-Abgeordneten Fernand Kartheiser. Derzeit liegt die Operationalitätsrate der Dingo-Fahrzeuge lediglich bei 45 Prozent. Grund sei die aufwändige Wartung der Waffensysteme aber auch die Obsoleszenz bestimmter Komponenten dieser, „die nicht mehr vom Hersteller unterstützt werden, mit dem Resultat, dass die Armee keine Ersatzteile für das betroffene Material geliefert bekommt“. Kartheiser wollte in seiner Frage wissen, ob der Minister Informationen bestätigen könne, denen zufolge die Armee auf alte Fahrzeuge und Ausrüstung zurückgreifen müsse, weil es an einsatzbereiten Dingos fehle. Die Antwort der Regierung: Auch wenn Fuhrpark und Material der Armee unterschiedlich viele Jahre auf dem Buckel haben, sei die Ausrüstung mit Ausnahme von unumgänglichen Ausfällen (Reparaturarbeiten, Unterhalt, Fehlen von Ersatzteilen) „operationell und einsatzfähig“. Im Rahmen des „EU-Battlegroup 2018“ sind neun Dingo-Fahrzeuge im Einsatz. Für die „Very High Readiness Joint Task Force“, derzeit in der „Stand-up-Trainingsphase“, werden im kommenden Jahr 21 Dingos gebraucht. In beiden Beteiligungen sind Aufklärungskontingente der Armee im Einsatz. Weitere Fahrzeuge werden zu Trainingszwecken oder Fahrübungen verwendet.

Anschaffungen in Zukunft international ausrichten

Um Obsoleszenz-Problemen in Zukunft aus dem Weg zu gehen, sollen sich Einkäufe und die Modernisierung von Material in Zukunft „in multinationale Programme einschreiben“. Die Armee wird sich demnach bei Anschaffungen an größeren Partnernationen orientieren. Das soll die Interoperabilität erhöhen. Zudem ermöglicht es der Armee, auf die logistische Unterstützung von anderen Staaten oder internationalen Agenturen zurückzugreifen. Noch einen Vorteil hat es, „wenn wir unsere Anschaffungen im Einklang bringen mit größeren Partnerorganisationen“: Dadurch, dass Material in großer Stückzahl in verschiedenen Staaten verwendet wird, könne die Industrie auch garantieren, dass das Material längerfristig unterstützt wird. Auch sollen bei Neuanschaffungen in Zukunft sogenannte „Service Level Agreements“ mit eingeplant werden, in denen sich der Hersteller im Vorfeld verpflichten und eine minimale Einsatzbereitschaft eingehalten werden kann.