LUXEMBURG
LJ

DP, Grüne und CSV eröffnen Reigen der Neujahrsempfänge der politischen Parteien

Es war der grosse Abend der Neujahrsempfänge der Parteien: Gleich drei hatten am Donnerstagabend Mitglieder und Sympathisanten geladen, die DP ins Melusina, die Grünen in die Rotunden am Bahnhof und die CSV wie gewohnt ins Kulturzentrum am “Sand” nach Niederanven.
Bei den Liberalen blickte man auf ein ereignisreiches Jahr zurück, das unter anderem geprägt war von der Europawahl Ende Mai, aus der die DP als stärkste Kraft hervorging und nun mit Charles Goerens und Monica Semedo zwei Europaparlamentarier stellen darf. Generalsekretär Claude Lamberty, der den Mitgliedern ein grosses Dankeschön für ihren Einsatz aussprach.
2020 werde das Jahr der Arbeit werden um das Leben der Menschen im Land weiter zu verbessern, unterstrich indes Parteipräsidentin Corinne Cahen. Zu den Herausforderungen zählte sie die Staatsfinanzen, die Finanzminister Pierre Gramegna gut im Griff habe, aber auch die Kohäsion der Gesellschaft. Solange die DP mit das Sagen im Land habe, werde sie an einer gemeinsamen guten Zukunft für alle Bürger ohne Ausnahme arbeiten.
Sie schnitt auch die Steuerreform an, die mehr Gerechtigkeit bringen werde, sowie die Digitalisierung, die für die Vereinfachung des Lebens aller sorgen werde. Ferner unterstrich sie die Bedeutung der Bildung aber auch der Arbeit zugunsten der Senioren.

Grüne mit Höhen und Tiefen

Bei den “déi gréng” gab es keine klassische Ansprache, sondern eine Art Dialog zwischen den beiden Parteipräsidenten Djuna Bernard und Christian Kmiotek, die von einem Jahr 2019 als Achterbahnfahrt sprachen. Zum einen sei es steil nach oben gegangen mit einer neuen Fraktionsmannschaft, mehr Verantwortung in den Ministerien und einem guten Resultat bei den Europawahlen, und zum anderen habe es schreckliche Nachrichten gegeben wie der schwere Herzinfarkt von Félix Braz oder die leidige Gartenhäuschenaffäre. Für die Zukunft wünscht sich das grüne Führungsteam indes unter anderem eine andere, klimaneutrale Mobilität sowie weniger Hass und Angstmacherei.

CSV: Risse zwischen den Koalitionspartnern

Bei der grössten Oppositionspartei gab es indes eine Premiere: Parteipräsident Frank Engel und Generalsekretär Félix Eischen ergriffen erstmals in dieser Funktion bei einem Neujahrsempfang das Wort. Im letzten Jahr waren dies noch Marc Spautz und Laurent Zeimet – sie waren beim CSV-Nationalkongress im Januar 2019 abgelöst worden. Das inzwischen nicht mehr so ganz neue Führungsteam, zu dem sich auch  Fraktionschefin Martine Hansen gesellte, gab sich dann auch gewohnt kämpferisch. Generalsekretär Eischen stellte Risse und Unstimmigkeiten zwischen den drei Regierungsparteien in der Wohnungs- und Klimapolitik fest, derweil Fraktionschefin Hansen den zukünftigen grünen Wahlslogan verriet, nämlich "les copains d'abord". Parteichef Frank Engel bezeichnete die neue österreichische Regierung aus Konservativen und Grünen als intetessantes Modell, das aber leider momentan hierzulande nicht funktioniere. Für den ebenfalls wieder anwesenden CSV-Übervater Jean-Claude Juncker gab es indes Blumen... Die CSV habe Lust, wieder Verantwortung in diesem Land zu übernehmen, so Engel abschliessend.