LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Coronavirus: Regierung ruft über GovJobs.lu Gesundheitsprofis und Freiwillige für Personalreserve auf

Gesundheitsministerin Paulette Lenert hatte es am Sonntagnachmittag angekündigt: Die Regierung werde einen Appell starten um zusätzliche Hilfskräfte zu rekrutieren, um besser aufgestellt zu sein angesichts der Coronavirus-Pandemie. Der Erreger macht trotz Schutzmaßnahmen natürlich auch nicht vor Gesundheitsprofis halt. Außerdem ist da die Sorge, dass Behörden der Nachbarländer medizinisches Personal, das im luxemburgischen Gesundheitswesen arbeitet und im Ausland wohnt, zum Dienst in heimischen Infrastrukturen verpflichten könnten.

Seit gestern Nachmittag sind auf dem Anwerbungsportal der Regierung die Profile zu finden, die jetzt benötigt werden, um eine nationale Personalreserve zu bilden. Die ausgebildeten Gesundheitsfachkräfte müssen sich obligatorisch bis heute, 24. März, Mitternacht melden, mit Ausnahme der Fachkräfte, die bereits vertraglich an Kliniken oder Pflegeeinrichtungen gebunden sind und solche die invalide, behindert, krank oder in Mutterschaftsurlaub sind. Rund 30 verschiedene Profile sind gefragt, vom Apotheker über den Krankenpfleger und den Masseur bis hin zum Veterinär und zum Zahnarzt. Übrigens entbindet auch eine Covid-19-Diagnose nicht von der Einschreibungspflicht. Die Aufforderung richtet sich nicht nur an die voll im Beruf stehende Profis, sondern auch an solche, die derzeit in Elternurlaub sind, im unbezahlten Urlaub. Und auch die medizinischen Fachkräfte in Rente müssen sich auf die Reserveliste eintragen. Auch ergeht der Appell an die Studenten über 18, die einen Gesundheitsberuf im In- oder Ausland lernen, sich zu melden. Einschreiben kann man sich über MyGuichet, mehr Informationen gibt es an der Telefonnummer 24773210 oder per mail: ressources.covid19@ms.etat.lu.

„Agents de Tri“ und Verwaltungskräfte

Dann gibt es auf GovJobs.lu auch einen Aufruf für Freiwillige. 13 Profile werden hier gesucht, Putzpersonal, Verwaltungskräfte oder „Agents de Tri“, vorrangig für die vier „Centres de Soins avancés“ in der LuxExpo, in der Rockhal in Belval, in der „Däichhal“ in Ettelbrück und im Kulturzentrum Grevenmacher. Diese Zentren, in die Coronavirus-Patienten zunächst kommen sollen, ersetzen nun bekanntlich die „Maisons Médicales“.

Auch hier gilt die Einschreibung per MyGuichet.lu und gibt es an den oben genannten Telefonnummer und E-Mail zusätzliche Informationen.

Die Kandidaten werden gemäß Entwicklung der Lage und des Bedarfs per Telefon oder Mail kontaktiert. Paulette Lenert hatte am Sonntag im Rahmen der Versorgung mit Atemschutzmasken auch von einer Näh-Aktion gesprochen, wie sie zum Beispiel in Belgien bereits läuft. Dazu soll es demnächst Details geben.