LUXEMBURG
LJ

Eine Kurzpräsentation der Stadtviertel Beggen und Dommeldingen

Ein Blick in dies Geschichtsbücher lehrt uns: Beggen und Dommeldingen waren Teile der ehemaligen Gemeinde Eich und gehören seit der Eingemeindung der angrenzenden Gemeinden im Jahr 1920 zur Stadt Luxemburg. Ursprünglich war Beggen ein kleines, sehr armes Dorf im Norden der Festung Luxemburg. 1611 wurden sieben Haushalte in diesem Ort erwähnt. 1635, während des Dreißigjährigen Kriegs, zählte Beggen zehn Häuser, von denen im Jahr 1657 nur noch fünf bewohnt waren. Bei der Volkszählung des Jahres 1851 hatte Beggen 150 Einwohner. Nach der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung von Beggen durch den Bedarf an Arbeitskräften rasch.

In Beggen lebten am 31. Dezember vergangenen Jahres 3.746 Einwohner/innen, davon 29,58 Prozent Luxemburger und 70,42 Prozent Nicht-Luxemburger, wie den von der Stadt Luxemburg veröffentlichten Bevölkerungszahlen für das vergangene Jahr zu entnehmen ist. Von den 119.214 Einwohnern, die die Stadt Luxemburg Ende vergangenen Jahres zählte, lebten demnach 3,14 Prozent in Beggen, dies auf einer Fläche von 170,91 Hektar.

Im Stadtviertel Beggen gibt es drei Grundschulgebäude: 191, rue de Beggen, 34, rue de Marche und 26A, rue de Rochefort. Ein „Foyer Scolaire“ funktioniert indes an der Nummer 34 der Rue de Marche. Was den Bereich Kultur, Sport und Freizeit betrifft, so kann Beggen mit fünf Spielplätzen, einem Fußballfeld, einem Kulturzentrum, einem Fußballstadion einem Sporthalle und Tennisfeldern aufwarten.

Das Viertel Beggen, das von den AVL („Autobus de la ville de Luxembourg“)-Linien 11 und 23 angefahren wird, verfügt über zwölf Bushaltestellen. Darüber hinaus gibt es in dem Viertel zehn Stellplätze für Personen mit eingeschränkter Mobilität. In Beggen ist eine Kläranlage angesiedelt, die demnächst ein zweites Mal ausgebaut wird. Im Beggener Schloss ist derzeit die russische Botschaft untergebracht. In Beggen ist darüber hinaus ein „Cent Buttek“ eingerichtet (166, rue de Beggen).

Im Osten grenzt Beggen an das Stadtviertel Dommeldingen. Dieses Viertel ist wie Eich gekennzeichnet durch die Stahlindustrie. Seit 1777 war die Eisenhütte Grünewald im Besitz der Familie Collart, die das heute noch vorhandene Schloss in Dommeldingen (heute: chinesische Botschaft) bewohnte. Mitte des 19. Jahrhunderts musste das Werk die Produktion einstellen.

Die Einweihung der Eisenbahnlinie Luxemburg-Ettelbrück mit dem Bahnhof Dommeldingen im Jahr 1862 führte zum Bau der beiden Hochöfen der „Forges d’Eich Metz et Cie“. Das Werk Dommeldingen entwickelte sich bis 1980 zur zentralen Produktionsstätte der einheimischen Eisenindustrie. Noch heute zeugen zahlreiche Gebäude in Dommeldingen vom industriellen Erbe Luxemburgs.

Dommeldingen zählte am 31. Dezember vergangenen Jahres 2.587 Einwohner/innen, davon 30,42 Prozent Luxemburger und 69,58 Prozent Nicht-Luxemburger, wie den von der Stadt Luxemburg veröffentlichten Bevölkerungszahlen für das vergangene Jahr zu entnehmen ist. Von den 119.214 Einwohnern, die die Stadt Luxemburg Ende vergangenen Jahres zählte, lebten demnach 2,22 Prozent in Dommeldingen, dies auf einer Fläche von 235,56 Hektar am nordöstlichen Rande der Hauptstadt. Als größte Stärke des Viertels wird vonseiten der Stadt Luxemburg angegeben, dass es seinen dörflichen Charakter im Zentrum des Viertels erhalten hat. Unweit des Dorfzentrums, den Berg hoch, findet man jede Menge moderne Architektur, von den bestbekannten Europa-Terrassen bis zu modernensten Bauten.

Neben der Grundschule (1, rue Mongenast) ist das seit 2015 in das „Lycée des Art et Métiers“ integrierte „Uelzecht Lycée“ in Dommeldingen angesiedelt. Ein „Foyer Scolaire“ wurde auf Nummer 2 der Rue du Château eingerichtet. Dommeldingen hat darüber hinaus einen Skatepark, drei Spielplätze, einen Pétanque-Platz und ein Kulturzentrum, das in der ehemaligen „Menuiserie Drescher“ eingerichtet wurde, sowie eine Sporthalle. Dommeldingen wird von den AVL-Linien 12, 23 und 25 angefahren und verfügt über 20 Bushaltestellen. Weiter findet man in Dommeldingen zwei Parkplätze und zwölf Stellplätze für Personen mit eingeschränkter Mobilität.

Lëtzebuerger Journal

Der Schrei der „Dompel“ | Dommeldingen und sein Einsatz für den Erhalt der bemerkenswerten Architektur

Dommeldingen ist ein Industrieviertel, das stark von seiner Vergangenheit in der Hüttenindustrie geprägt ist. Die Bewohner sind sich des historischen Wertes von Gassen wie der Rue du Château oder auch der Rue S.G.Thomas bewusst und setzten und setzen sich für die Förderung und den Schutz dieser historischen Zeugnisse ein.

Bürger an der Erarbeitung des PAG beteiligen

„Eine Hauptstadt an die Herausforderungen der Zukunft anzupassen und gleichzeitig die Lebensqualität aller Bewohner zu erhalten, ist keine leichte Aufgabe“, heißt es da von offizieller Seite, den Verantwortlichen der Stadt Luxemburg. In diesem Sinne und in dem Bestreben, den Bedürfnissen der Bevölkerung bestmöglich gerecht zu werden, hat der Schöffenrat 2013 beschlossen, die Bürger an der Erarbeitung des neuen allgemeinen Bebauungsplans zu beteiligen. In diesem Rahmen engagieren sich die Bewohner des Stadtteils Dommeldingen besonders für eine bessere Eingliederung von Neubauten in das Stadtbild und das bestehende Stadtgefüge, „aber auch dafür, konkrete Ideen voranzutreiben“, wie es vom Schöffenrat der Hauptstadt heißt. Vor zwanzig Jahren versprach daher Lydie Polfer, damalige und heutige Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg, der örtlichen Interessengemeinschaft Dommeldingen, den Wunsch der Bewohner des Stadtteils Dommeldingen zu erfüllen und ihnen einen Treffpunkt zur Verfügung zu stellen.

Mit der Umgestaltung des Drescherhauses, das ausschließlich den örtlichen Vereinen vorbehalten ist, hat der Schöffenrat sein Versprechen in die Tat umgesetzt. Dank der Bemühungen der politischen Verantwortlichen und ihrem Bestreben, die Bürger der Hauptstadt zu unterstützen, steht der Bezirk Dommeldingen in voller Blüte. So hat das „Luxembourg City Tourist Office“ sogar einen Rundgang (Rundweg durch die alte Gemeinde Eich) eingerichtet, auf dem die zahlreichen Besucher Luxemburgs sowohl die Wiege der Stahlindustrie als auch die natürliche Schönheit der verschiedenen Parks im Stadtteil erkunden können. Die Neugestaltung des Hauptplatzes, die Errichtung eines neuen Brunnens und die Erhaltung der alten Fassaden in der Rue du Château, wo die alte Bausubstanz unter Denkmalschutz gestellt wurde, machen das Viertel zusammen mit seinen zahlreichen Grünanlagen immer reizvoller.

Ein Sumpfvogel gab den Namen

Im Stadtteil Dommeldingen kam es früher häufig zu Überschwemmungen durch den Wildbach. Folglich wurde das Tal sumpfig und Sumpfvögel siedelten sich im Schilf an. Der Schrei dieser „Dompel“ oder „Rohrdompel“ ließ die Bewohner des Bezirks damals aus dem Schlaf schrecken und laut Théodore de la Fontaine verdankt der Bezirk Dommeldingen seinen Namen eben diesen Vögeln, wie es in Dokumentationen erklärt wird.

Ein wichtiges Projekt der letzten Jahre in Dommeldingen war die „Schreinerei Drescher“. Das Anliegen war, das historische und architektonische Erbe der Schreinerei zu erhalten. Die Hauptaugenmerke des Projektes lagen nach Feierstein Architectes darauf, die Identität und den industriellen Charakter der Anlage „durch die Überarbeitung und Erhaltung der spezifischen Bauelemente dieser Architektur zu bewahren und Gebäude aus verschiedenen Epochen, die einander ergänzen sollten, zusammenzuführen.“ Die Restaurierung der bestehenden Schreinerei und des Schornsteins - prägend für das Bild des Projektes - erforderte besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt, um dieses Zeugnis der Stadtteilgeschichte zu erhalten, während für die Erweiterung eine nüchterne und zeitgemäße Architektursprache gesucht wurde.