LUXEMBURG
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Graace Hotel: Steve Krack hat historisches Industriegelände in zeitlosen Ruheort umgewandelt

Wo vor einem halben Jahrhundert noch Metall verarbeitet wurde, schlafen seit der Eröffnung des Graace Hotels im März nationale und internationale Gäste. Dabei sind die 28 Zimmer mehr als nur Übernachtungsräume, sondern vielmehr „Cabanas“ der Gemütlichkeit. „Es war mein Traum, aus dem ehemaligen Schlossereibetrieb der Gebrüder Graas, mit dem ich früher selbst im Zuge von Bauprojekten zusammengearbeitet habe, in einen schönen Ort zum Wohlfühlen zu verwandeln“, sagt Steve Krack. „Der ursprüngliche Charakter ist erhalten geblieben, mir war es wichtig, authentisch und mit Respekt gegenüber der historischen Architektur zu restaurieren und nachhaltig zu bauen.“

Hinterhof-Charme mit Dachterrassen-Flair

Betritt man das Gelände durch das dunkle Eisentor ist man binnen weniger Sekunden an einem Ort der Ruhe angekommen, inmitten des quirligen Viertels Bonneweg mit urbanem Charakter. Das satte Grün der Ahornbäume, deren Baumkronen zu einem natürlichen Dach für den Innenhof zusammenwachsen werden, gibt der Natur ihren Platz im Zusammenspiel mit der selbstbewussten Architektur auf reduzierter Farbpalette. Im Sinne des nachhaltigen Bauens wurde viel recycelt beziehungsweise alte Bestandteile der Architektur belassen und neu integriert respektive in Szene gesetzt.
Der Weg zu den Dachterrassen mit verglastem Pavillon zum überdachten Verweilen ist wie eine Entdeckungsreise auf den Spuren des ehemaligen Schlosserbetriebs der Gebrüder Graas, die hier einst lokale Industriegeschichte schrieben. Die Terrassen sowie ein weiterer Pavillon im Innenhof des Hotels können für private Feiern oder Events von Unternehmen, Workshops, Schulungen und so weiter gemietet werden. An jeder Ecke gibt es Altes zu erkunden, das erhalten und mit all dem Neuen auf unprätentiöse Weise, ganz selbstverständlich zu einer Einheit formiert wurde.
Industrieleuchten mit Patina, handgefertigte Keramik, Bettdecken aus der Herstellung eines Familienbetriebs, das Frühstück serviert vom Café um die Ecke, Glow, das vegetarische und vegane Speisen selbst produziert – Steve Krack überließ nichts dem Zufall, folgt generell seiner Intuition, probiert aus und bringt zusammen, was zusammenpasst.

Auf kleinem Raum maximal wohlfühlen

Bis auf die Suite, die sich auf zwei Etagen verteilt, sind die Zimmer 17m2 groß. Als kompakte, komfortable Kabinen wirken sie nicht zuletzt durch ihre großflächige Holzverkleidung so gemütlich und warm wie die einst selbstgebaute Hütte aus Kindertagen. Die Zimmer sind wie eine kleines Apartment aufgebaut, wo durch smarte Innenarchitektur mit wenigen Handgriffen einzelne Räume entstehen können.
Nachhaltiges und ökologisches Bauen waren die Basis für alle Arbeiten. Recyceln beziehungsweise wiederverwenden möchten Krack und sein Team möglichst viel auch im Alltag: So dient als Mini-Bar auf der Terrasse ein Eimer, der lässig an einer Kette hängt und jeden Tag mit frischem Eis befüllt wird. Die gefrorenen Würfel halten Wein und Crémant aus lokaler Produktion von der Mosel (Domaine Viticole von Charel Decker) sowie Bier und Wasser zunächst kühl, geschmolzen bewässert die Mannschaft damit Pflanzen und Blumen auf dem Gelände.
Beim Eintreten des „Zuhauses auf Zeit“ geht man durch einen Wohn-/Essbereich mit flexiblem Mobiliar, vorbei am Badezimmer, das durch das Öffnen seiner beiden Flügeltüren vergrößert werden und ein abgetrennter Raum bleiben kann, weiter zur gemütlichen Schlafecke mit Zugang zur Terrasse im Grünen. Ein iPad, über das 170 TV-Kanäle empfangen werden können, ersetzt den Fernseher. Eine hochleistungsfähige Internetverbindung ermöglicht reibungsloses Arbeiten respektive Surfen zu jeder Zeit.

Seit jeher ein Ort für besondere Architektur

Bevor das Graace Hotel im Luxemburger Stadtteil Bonneweg (10, rue Sigismond) seine Tore öffnen konnte, wurde hier zunächst anderweitig Geschichte geschrieben. Es waren die Gebrüder Graas, die im Jahr 1955 mit ihrem Schlosser-Handwerk den Grundstein der Geschichte legten, die Unternehmer Steve Krack rund zehn Jahre nach der Stilllegung des Unternehmens Graas nun fortschreibt.
Im Jahr 2012 kaufte er das Gelände und initiierte das Projekt „L‘Amicale des amis“: 14 Architekten bauten 14 Pavillons - ein Abenteuer unter „Freunden“, das im Jahr 2015 mit dem „Luxembourg Architecture Award“ ausgezeichnet wurde. Das nächste Projekt sollte nicht lange auf sich warten lassen. Nur zwei Jahre später beschloss Steve Krack, ein Hotel zu konzipieren und zu bauen, das bis dato in Luxemburg einzigartig ist: industrieller Charme, der sich dank nachhaltigem und zeitgemäßem Design auf unaufgeregte Weise neu entfalten darf. Eine klare Formsprache der Baukunst sowie des Interieurs, umgesetzt mit Materialien aus der Großregion, so zum Beispiel Eichenholz für viel Wärme und Wohlfühlatmosphäre, lassen genügend Raum für das Essenzielle. 
„Architektur und Design sind meine Leidenschaften, und ich verstehe mich als innovativer Unternehmer. Meine Arbeit ist von der Idee geprägt, das bauliche Erbe des Großherzogtums wertzuschätzen und zu verschönern“, sagt Steve Krack.
www.graacehotel.com