LUXEMBURGSVEN WOHL

Spielkritik zu „Danganronpa: Trigger Happy Havoc“

Visual Novels hegen in Europa, wie auch in den USA, leider ein absolutes Nischendasein. Das erscheint vielen Spielern umso merkwürdiger, sind die Titel, die es in den Westen schaffen doch meist von einer sehr hohen Qualität. Das trifft auch bei „Danganronpa: Trigger Happy Havoc“ zu. Was hier geboten wird, ist einzigartig, weil es bekannte Elemente miteinander kombiniert, um ein spannendes Spiel zu schaffen, das eine Bereicherung für jeden Spieler darstellen sollte.

Tödlicher Teddy

Makoto Naegi ist ein ganz gewöhnlicher japanischer Schüler, der einfach nur Glück hat. Er wurde per Los ausgewählt, um der „Hope’s Peak Academy“ beizutreten. Normalerweise dürfen hier nur „ultimative“ Schüler aufgenommen werden. Das sind solche Schüler, die in einer gewissen Hinsicht die absolute Spitze darstellen und somit als ein Bild der Hoffnung für die Menschen gelten sollen. Doch Makoto muss schnell feststellen, dass er eigentlich gar kein Glück hatte: Kaum tritt er in die Eingangshalle, wird ihm übel und er kippt um. Als er aufwacht, beginnt der eigentliche Alptraum. Denn aus der „Hope’s Peak Academy“ scheint es kein Entkommen zu geben. Sämtliche Fenster sind mit Stahlplatten versiegelt und die einzelnen Stockwerke sind ebenfalls nicht zugänglich. 15 Studenten sind nun hier eingepfercht und sollen den Rest ihres Lebens in dieser zum Gefängnis umfunktionierten Schule verbringen. Wer raus möchte, muss nur eines tun: Einen Mitschüler umbringen und das anschließende Klassengericht ungescholten überstehen. Dies würde jedoch gleichzeitig den Tod aller anderen Studenten darstellen. Am Hebel sitzt „Monokuma“, ein zweifarbiger Robo-Teddybär, der an Zynismus und Überzogenheit nur schwer zu übertreffen ist. Er überwacht die Schüler und zögert nicht, zu harten Mitteln zu greifen.

Entbrannte Mordlust

Das Spiel ist in drei Phasen eingeteilt: Dem Schulleben, wo man die anderen Schüler kennenlernen kann, der Untersuchungsphase, die dann beginnt, wenn ein Mord passiert und der Gerichtsphase, bei der bewiesen werden muss, wer der Mörder war. Nur wenn die richtige Person des Mordes angeklagt wird, wird nur diese bestraft und nicht alle anderen. Gerechtigkeit bedeutet hier immer den Tod eines Einzelnen.

Obwohl das die Atmosphäre des Spiels in die Abgründe ziehen sollte, wirkt dem der japanische Humor entgegen und verleiht dem ganzen eine große Leichtigkeit. Im Spieldesign herrscht meistens Linearität vor, doch die spannenden Gerichtsverhandlungen und die persönlichen Beziehungen machen das Spiel absolut empfehlenswert (Erhältlich für PlayStation Vita u.a. bei „Le Reservoir“ für 40).