PARIS
CHRISTIAN SPIELMANN

Ausstellung „Comédies Musicaaaales“ in der Pariser Philharmonie

Mit dem Beginn des Tonfilms ergab sich das Genre des Film-Musicals. „The Jazz Singer“ war das erste Filmmusical und Hauptdarsteller Al Jolson wurde einer der ersten Stars des „Talkies“, wie die Tonfilme anfangs genannt wurden. In der Pariser Philharmonie, gleich neben der Cité de la Villette, ist noch bis zum 27. Januar eine äußerst interessante Ausstellung über das Filmmusical zu sehen, „Comédies Musicaaaales“, mit dem Plakat mit dem singenden Stepptanzschuh.

Multimedial

Beim Betreten der Ausstellung erhält jeder Besucher Kopfhörer, ohne die das Verständnis in den verschiedenen Stationen ausbleibt, wie sich Kommentare oder Lieder anhören. Eine Wand mit Filmplakaten stimmt auf das Thema ein. Zu Beginn erfährt man, dass das Lied „Singin‘ in the Rain“ nicht original für den Film von Stanley Donen komponiert wurde, sondern dass es 1929 erstmals in der „The Hollywood Music Box Revue“ von Doris Eaton Travis gesungen wurde. Auf einer Videowand werden die Fassungen von unter anderem Judy Garland, Jimmy Durante und natürlich die bekannteste von Gene Kelly projiziert. Filmmusicals waren in den 1950er und 1960er Jahren die Garanten für volle Kinosäle und Oscars. Mit dem Oscar als bester Film wurden unter anderem „West Side Story“, „My Fair Lady“ oder „The Sound of Music“ ausgezeichnet.

Fred Astaire ist eine Ikone des Filmmusicals. In einer multimedialen Station kann man zum Beispiel sehen, wie die Tanzszene aus „Royal Wedding“ (1951) gedreht wurde. Astaire tanzt hier unter der Decke und an den Wänden eines Zimmers. Dabei rotierte das Zimmer, während die Kamera auf einer Position verankert war und alles filmte. Einem Genie des frühen Filmmusicals ist ebenfalls eine Wand gewidmet: Regisseur und Choreograf Busby Berkeley, der mit seinen Tanzeinlagen die Leinwand revolutionierte.

Made in Frankreich

Eine interessante Show wird auf eine Wand, die sich fast über die ganze Länge des Hauptraums zieht, projiziert, wo sich die Filmszenen um ein Vielfaches teilen. Hier kommt das französische Filmmusical „Les demoiselles de Rochefort“ zur Geltung oder der französische Star schlechthin des Genres, Maurice Chevalier. Ganz interessant ist eine Darstellung von „West Side Story“ im Rahmen des Drehorts der Eröffnungssequenz in New York, wie ein Gegenüber von Mutter Judy Garland und Tochter Liza Minelli sowie Marilyn Monroe. Die Kostüme aus „Peau d‘âne“ sind auch hier zu sehen.

Man kann ebenfalls einen Blick auf die Weltkarte des Filmmusicals werfen, sich ein Land aussuchen und sich Ausschnitte aus unter anderem italienischen, mexikanischen, spanischen, britischen, schwedischen oder deutschen musikalischen Filmen ansehen. Eine weitere Station zeigt welche Filme in „La La Land“ mit einer Hommage bedacht wurden, wobei sich die Musik in Damien Chazelles Film vor allem an den Werken von Regisseur Jacques Demy und Komponist Michel Legrand inspiriert. Ausschnitte aus Disney-Musikfilme werden auch projiziert. Leider zeigt man einige Filme, wie zum Beispiel „Mary Poppins“, in der französischen Synchronisation. Außerdem kann man den Stepptanz erlernen. Via Film zeigt der Stepptänzer Fabien Ruiz die einzelnen Bewegungen, die der Zuschauer nachmachen kann. Die Ausstellung „Comédies Musicaaaales“ ist somit ein Muss für alle Filmfans, die sich das Genre des filmischen Musicals wieder in Erinnerung rufen möchten.

Die Pariser Philharmonie befindet sich auf der Avenue Jean Jaurès. Weitere Informationen unter www.philharmoniedeparis.fr