Dass dem Fraktionspräsidenten der größten Oppositionspartei auf seinem Weg zum EU-Kommissionsvorsitz ein scharfer Wind entgegen bläst, ist zwischenzeitlich bekannt. Nun mischen auch die Spezialisten des Wochenblatts „European Voice“ mit. „Jean-Claude Juncker should not be appointed to the presidency of any EU institution“, heißt es da klipp und klar. Die Zeitung wundert sich zwar nicht darüber, dass sich der Luxemburger Ex-Premier ins Spiel brachte, denn seit mindestens einem Jahrzehnt wird sein Name in Verbindung mit hochrangigen EU-Posten gebracht. „But that is precisely the problem with a Juncker candidacy: it belongs to a bygone era. The EU is not what it was - and Juncker is not the force in Europe that he once was“, findet das Blatt, und dass die europäischen Konservativen sich einen Bärendienst leisten, wenn sie Junckers Kandidatur nun bis Anfang März in der Luft hängen lassen. Na, wenn sie sich da - in puncto JCJ - mal nicht irren. „Ich habe große Sympathie für Jean-Claude Juncker“, meinte auf jeden Fall gestern die deutsche Kanzlerin beim Treffen mit Xavier Bettel. Wir sind auf jeden Fall gespannt, was die 828 wahlberechtigten Delegierten bei der geheimen Abstimmung beim EVP-Kongress am 7. März in Dublin denken.