LUXEMBURG
CHRISTOPH KÖNIG

Zum nächsten Konzert der „Solistes européens, Luxembourg“

Für unser nächstes Konzert am 21. Oktober in der Philharmonie haben wir uns wieder eine kleine Überraschung ausgedacht. Immer schon hat mich fasziniert, wie insbesondere französische Musik eine riesige Fülle an Möglichkeiten bietet, um im Feen- und Märchenland die Fantasie anzuregen. Ein Werk, das mich mein Leben begleitet hat, ohne dass ich jemals die Gelegenheit hatte, es selber zu dirigieren oder aufzuführen, ist „Meine Mutter als Gans“, oder bedeutend eleganter im Originaltitel: „Ma Mère l’Oye“ von Maurice Ravel.  Gelegentlich begegnet man dem Werk im Konzertsaal als Suite, gänzlich ohne weitere Kommentare. Das hat mich nie völlig überzeugt; die beschreibenden Elemente in der sehr lautmalerischen Musik kommen auf diese Art nicht so gut zur Geltung. Deswegen haben wir uns überlegt, mithilfe einer Schauspielerin und Sprecherin den Inhalt und die deskriptiven Elemente von Ravels Musik noch besser verständlich zu machen. Auch haben wir uns dafür entschieden, das gesamte Ballett aufzuführen.

Und was liegt näher, als Maurice Ravels magische und wunderbare Musik im Konzert mit einer ganz anderen Musik zu kombinieren: mit dem berühmten Märchen von Hänsel und Gretel. Engelbert Humperdinck wird international gelegentlich als Komponist der zweiten Reihe wahrgenommen. Es ist ihm aber wie so vielen anderen Komponisten aller Epochen gelungen, einen wirklich gewaltigen Opernhit zu komponieren, jenes Hänsel und Gretel, von welchem wir nun die Ouvertüre spielen werden.

Um die Sache kontrastierend zu bereichern, haben wir zusätzlich und mit der bereits Tradition gewordenen Unterstützung durch das Kultusministerium einen der berühmtesten, originellsten, eigenwilligsten und begabtesten Musiker Luxemburgs gewonnen, für uns ein komplett neues Stück zu schreiben: Gast Waltzing. Lassen Sie sich überraschen durch seine neueste Kreation mit dem Titel: „Princesses don’t grow old“.

In einer Zeit, in der Wechsel und Wandel sowie die Sehnsucht und der fast unstillbare Durst nach immer Neuem das Gebot der Stunde scheinen, ist es fast schon eine kleine Kuriosität, dass wir einen Künstler immer wieder bei uns zu Gast haben und auch er uns bis jetzt die Treue gehalten hat: Renaud Capuçon. Er wird uns mit zwei der absoluten Top-Hits der französische Literatur beglücken: mit Chaussons „Poème“ und Ravels „Tzigane“.

Wir würden uns überaus glücklich schätzen, wenn sie auch nach unserem großen Festkonzert anlässlich des 30. Jahrestages des Bestehens unseres Orchesters im September neugierig bleiben und zu unserem Konzert kommen.